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Steuern & Recht

Rückverkaufsoption im Kfz-Handel als Verbindlichkeit zu bilanzieren


Das Bundesfinanzministerium (BMF) bestätigt eine höchstrichterliche Entscheidung, wonach für die Verpflichtung aus einer Option, zuvor verkaufte Fahrzeuge später zu einem verbindlich festgelegten Preis zurückzukaufen, eine Verbindlichkeit in Höhe des dafür vereinnahmten Entgelts auszuweisen und erst bei Ausübung oder Verfall der Option auszubuchen ist.

 

Passivierungspflicht für Einräumung der Rückverkaufsoption

Der Bundesfinanzhof hatte in seinem Urteil bestimmt, dass für die Verpflichtung eines Kraftfahrzeughändlers, verkaufte Kraftfahrzeuge auf Verlangen des Käufers zurückzukaufen, bis zur Ausübung oder dem Verfall der Option eine Verbindlichkeit in Höhe des dafür vereinnahmten Entgelts ausgewiesen werden muss. Er sah darin ein Andienungsrechts seitens des Käufers.

In seinem Schreiben vom 12. Oktober 2011 hat die Finanzverwaltung dies als Präzedenzfall akzeptiert, gleichzeitig aber eine korrespondierende Behandlung beim Käufer verlangt. Dort stelle das vereinbarte Optionsrecht ein nichtabnutzbares immaterielles Wirtschaftsgut dar, das grundsätzlich mit den Anschaffungskosten anzusetzen ist und dem Wert der beim Kfz-Händler passivierten Verbindlichkeit entspricht. Das immaterielle Wirtschaftsgut ist erfolgswirksam auszubuchen, wenn der Käufer von seinem Rückverkaufsrecht Gebrauch macht oder ansonsten spätestens wenn das Optionsrecht verfallen ist.

 
Kein bilanzieller Ausweis eines das Optionsgeld übersteigenden Risikos

Ein die Höhe des Entgelts für die Rückverkaufsoption übersteigendes Risiko, wenn zu einem späteren Zeitpunkt der Rückverkauf eingefordert wird – beispielsweise durch einen sich abzeichnenden Preisverfall auf dem Gebrauchtwagenmarkt -, ist als Rückstellung für drohende Verluste aus einem schwebenden Geschäft hingegen nicht passivierungsfähig. (MH)

 

Fundstellen

BMF-Schreiben vom 12. Oktober 2011 (IV C 6 – S 2137/09/10003)

BFH-Urteil vom 17. November 2010 (I R 83/09)