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Steuern & Recht

Kosten für Pilotenausbildung als vorweggenommene Werbungskosten


Eine erstmalige Berufsausbildung im Sinne von § 12 Nr. 5 Einkommensteuergesetz setzt weder ein Berufsausbildungsverhältnis nach dem Berufsbildungsgesetz noch eine bestimmte Ausbildungsdauer voraus. Danach ist die Ausbildung zum Rettungssanitäter eine erstmalige Berufsausbildung.

 

Nur Kosten für erstmalige Berufsausbildung steuerlich nicht förderungswürdig

Streitig war vor dem Bundesfinanzhof (BFH), ob Aufwendungen für eine erstmalige Berufsausbildung zum Verkehrsflugzeugführer als vorweggenommene Werbungskosten abzugsfähig sind. Der Steuerpflichtige war zunächst nach dem Abitur im Rahmen seines Zivildienstes beim Deutschen Roten Kreuz als Rettungssanitäter tätig, nachdem er die entsprechende Ausbildung nach Maßgabe der landesrechtlichen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Rettungssanitäter erfolgreich absolviert hatte.

Ausbildungskosten sind steuerlich abziehbar, wenn sie in einem hinreichend konkreten, objektiv feststellbaren Veranlassungszusammenhang mit späteren Einnahmen stehen. Im Hinblick auf die Einschränkung des § 12 Nr. 5 Einkommensteuergesetz (kein Abzug von Aufwendungen für eine erstmalige Berufsausbildung) hatte das Finanzgericht den Abzug der Kosten als Flugzeugführer abgelehnt, da die vorgeschaltete Ausbildung zum Rettungssanitäter keine Berufsausbildung gewesen sei und die Pilotenausbildung folglich die (nicht förderungswürdige) Erstausbildung war.

 

Ausbildung zum Rettungssanitäter staatlich anerkannt

Der BFH gab dem Steuerpflichtigen Recht. Die Ausbildung zum Rettungssanitäter war die erste Berufsausbildung. Insofern konnte die Abzugsbeschränkung des § 12 Nr. 5 EStG nicht zum Zuge kommen. Der Beruf des Rettungssanitäters, der regelmäßig als Vollerwerbstätigkeit ausgeübt wird, setzt eine mehrmonatige, landesrechtlich geregelte Ausbildung voraus und ist ein staatlich anerkannter Beruf. Unerheblich war, dass der Steuerpflichtige die Ausbildung während der Zivildienstzeit durchlaufen und auch nur in diesem Zeitraum den Beruf ausgeübt hatte. Der BFH wies gleichzeitig darauf hin, dass durchaus auch Aufwendungen für die erstmalige Berufsausbildung als Werbungskosten abziehbarsein können, sofern ein hinreichend konkreter Veranlassungszusammenhang zwischen den Aufwendungen und der späteren auf Einkünfteerzielung gerichteten Berufstätigkeit besteht. (MH)

 

Fundstelle

BFH-Urteil vom 27. Oktober 2011 (VI R 52/10), veröffentlicht am 21. Dezember 2011