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Steuern & Recht

Goldgeschäfte als privates Veräußerungsgeschäft


Liegt bei einer Lieferung und dem späteren Verkauf von Goldunzen sowie des zeitgleichen Kaufes von Goldmünzen ein privates Veräußerungsgeschäft vor? Der Bundesfinanzhof hat dies bejaht.

 

Vor dem Bundesfinanzhof (BFH) ging es um die Beurteilung von Vereinbarungen über die Lieferung von Gold im Lichte der Veräußerungsgewinnbesteuerung des § 23 Einkommensteuergesetz. Die Steuerpflichtige hatte Ansprüche auf Lieferung von insgesamt 16 000 Goldunzen erworben, für die sie rund 4,7 Mio. US-$ zahlte. Etwa drei Monate später verkaufte sie ebenfalls 16 000 Goldunzen für rd. 5 Mio. US-$, erhielt aber aufgrund einer Vereinbarung vom selben Tag 16 000 kanadische Goldmünzen, für die ihr Konto mit rd. 5,2 Mio. US-$ belastet wurde. Der BFH folgte dem Finanzamt und sah in der Verwertung des Lieferanspruchs auf 16 000 Unzen Gold ein privates Veräußerungsgeschäft.
Laut BFH hatte die Steuerpflichtige den erworbenen Lieferanspruch durch die spätere Anschaffung der Münzen wirtschaftlich verwertet. Gegenleistung für die Anschaffung war die Gutschrift von 5 Mio. US-$, die folgend für den Ankauf der Münzen verwendet wurde. Der Gewinn aus dem privaten Veräußerungsgeschäft ergab sich mithin aus der Differenz der Anschaffungskosten für den eigenen Sachlieferungsanspruch auf Goldunzen und des erzielten Preises. (MH)

 

Fundstelle

BFH-Urteil vom 15. Februar 2012 (I R 19/11), veröffentlicht am 4. April 2012