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Steuern & Recht

Übernachtungskosten und regelmäßige Arbeitsstätte bei LKW-Fahrern


LKW-Fahrer, die in der Schlafkabine ihres Fahrzeugs übernachten, können keine Übernachtungspauschalen geltend machen. Darüber hinaus sind weder das Fahrzeug noch der LKW-Wechselplatz als regelmäßige Arbeitsstätte anzusehen.

Keine Übernachtungspauschalen bei Übernachtung in LKW-Schlafkabine

Der im Ausland tätige Fernfahrer, der in der Schlafkabine seines LKW übernachtete, konnte nicht die Übernachtungspauschalen für Auslandsdienstreisen als Werbungskosten geltend machen, denn diese Pauschalen überschreiten die hier tatsächlich angefallenen Aufwendungen beträchtlich, so dass ihre Anwendung zu einer offensichtlich unzutreffenden Besteuerung führen würde. Abziehbar sind aber in jedem Fall die tatsächlich angefallenen Aufwendungen. Liegen Einzelnachweise nicht vor, so muss eine Schätzung erfolgen. Im Streitfall hatte der Steuerpflichtige Übernachtungskosten von 5 € täglich angesetzt. Dieser Betrag war nach Auffassung des Bundesfinanzhofes (BFH) nicht zu beanstanden.
 

Reisekosten statt Entfernungspauschale

Die Fahrten des Arbeitnehmers zum LKW-Wechselplatz hatte das Finanzamt unter Anwendung der Entfernungspauschale als Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zum Werbungskostenabzug zugelassen. Der BFH hat dies anders beurteilt. Der LKW-Wechselplatz ist keine regelmäßige Arbeitsstätte, weil es sich nicht um eine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers handelt und auch der LKW selbst ist mangels Vorliegen einer ortsfesten Einrichtung keine regelmäßige Arbeitsstätte. Folglich darf der LKW-Fahrer nunmehr die tatsächlichen Fahrtkosten als Reisekosten geltend machen. (MH)
 

Fundstelle

BFH-Urteil vom 28. März 2012 (VI R 48/11), veröffentlicht am 30. Mai 2012