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Steuern & Recht

Au-Pair-Aufenthalte im Ausland als Ausbildung


Der Bundesfinanzhof hat wiederholt seine Rechtsprechung bestätigt, dass Sprachaufenthalte im Rahmen eines Au-pair-Verhältnisses im Ausland grundsätzlich nur dann als Berufsausbildung anzusehen sind, wenn sie von einem durchschnittlich mindestens zehn Wochenstunden umfassenden theoretisch-systematischen Sprachunterricht begleitet werden. Darüber hinaus können Auslandsaufenthalte im Einzelfall als Berufsausbildung anerkannt werden, wenn der Fremdsprachenunterricht zwar weniger als zehn Wochenstunden umfasst, aber einen über die übliche Vorbereitung und Nachbereitung hinausgehenden zusätzlichen Zeitaufwand erfordert (Typische Beispiele: fachlich orientierter Sprachunterricht, Vorträge des Kindes in der Fremdsprache).

Im entschiedenen Fall hielt sich die Tochter des Klägers nach dem Abitur als Au-pair in England auf. Seine Klage auf Kindergeld hatte dabei in beiden Instanzen keinen Erfolg, denn der Bundesfinanzhof (BFH) ging in Übereinstimmung mit dem Finanzgericht davon aus, dass die Tochter weniger als zehn Unterrichtsstunden wöchentlich erhalten hatte. Der Grund: In die Berechnung durfte der Zeitaufwand für Hausarbeiten nicht einbezogen werden und der Kläger hatte auch keine näheren Angaben zu einer behaupteten sprachlichen Unterweisung durch die Gastmutter gemacht.


Fundstelle

BFH-Urteil vom 15. März 2012, III R 58/08 (veröffentlicht am 6. Juni 2012)