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Steuern & Recht

Fahrtenbuch muss ganzjährig geführt werden


Ein Fahrtenbuch ist nicht ordnungsgemäß im Sinne der steuerlichen Vorschriften, wenn erst im Laufe des Kalenderjahres mit dessen Führung begonnen wird. Ein Wechsel von der Pauschalmethode zur Fahrtenbuchmethode während des Veranlagungszeitraums ist nicht zulässig.

Steht dem Steuerpflichtigen ein privates Kfz zur privaten Nutzung zur Verfügung, muss der entsprechende Vorteil versteuert werden. Für die Bewertung dieses Vorteils gilt der Grundsatz der 1-Prozent-Regelung (d.h. für jeden Kalendermonat grundsätzlich 1 % des inländischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung). Will der Steuerpflichtige davon abweichen, muss er den Nutzungswert unter Zuhilfenahme eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuches nachweisen.

Nur einheitliche Bewertungsmethode im Veranlagungszeitraum

Das Finanzgericht Münster hatte einen Fall zu entscheiden, in dem der Steuerpflichtige für den ersten Teil des Jahres nach der 1-Prozent-Regelung vorging und später den nach der Fahrtenbuchmethode ermittelten Wert zugrunde legte. Das Gericht ließ diese Aufteilung nicht zu und verlangte, dass für den gesamten Veranlagungszeitraum (hier: das Kalenderjahr) die 1-Prozent-Regelung anzuwenden sei. Eine Änderung könne erst bei einem Wechsel des Fahrzeugs erfolgen. Dies wird auch von der Finanzverwaltung so gesehen und praktiziert.

Als Begründung für den Ausschluss eines Wechsels während des Jahres führte das Finanzgericht hauptsächlich den Vereinfachungs- und Typisierungszweck der gesetzlichen Regelung ins Feld. Dieser ginge verloren, wenn beliebig gewechselt werden könnte. Wird ein Fahrtenbuch nur für einen Teil des Kalenderjahres geführt, bestünde insoweit die Gefahr, dass bestimmte Zeiträume mit höherem Privatnutzungsanteil (insbesondere Urlaubszeiten) nicht erfasst werden und somit ein verzerrtes Bild entsteht.

Im Hinblick auf die höchstrichterlich noch ungeklärte Problematik wurde die Revision zugelassen. In seinem Urteil hat das Finanzgericht sowohl einen jährlichen Wechsel der Bewertungsmethode als auch bei einem Fahrzeugwechsel zugestanden. Nun hat der Bundesfinanzhof Gelegenheit, sich zu dem Themenkomplex abschließend zu äußern.

Fundstelle

Finanzgericht Münster, Urteil vom 27. April 2012 (4 K 3589/09 E), Revision eingelegt