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Steuern & Recht

Vereinfachter Nachweis von Reisenebenkosten bei LKW-Fahrern


Das Bundesfinanzministerium nimmt zu den als Werbungskosten abzugsfähigen Übernachtungs- und sonstigen Reisenebenkosten bei LKW-Fahrern Stellung. Dies als Folge eines am 30. Mai 2012 zu diesem Themenkomplex veröffentlichten Urteils des Bundesfinanzhofs.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte mit Urteil vom 28. März 2012 (VI R 48/11) entschieden, dass ein im Ausland tätiger Fernfahrer, der in der Schlafkabine seines LKW übernachtet, nicht die Übernachtungspauschalen der Finanzverwaltung für Auslandsdienstreisen als Werbungskosten geltend machen kann, denn diese Pauschalen überschreiten die tatsächlich angefallenen Aufwendungen beträchtlich, so dass ihre Anwendung zu einer offensichtlich unzutreffenden Besteuerung führen würde. Abgezogen werden können jedoch die tatsächlich angefallenen Aufwendungen. Mangels Einzelnachweise könne auch eine Schätzung vertretbar sein, so die höchsten Richter.

Die Finanzverwaltung konkretisiert nun solche Aufwendungen, die als Reisenebenkosten in vereinfachter Weise ermittelt und abgezogen werden können. Der Steuerpflichtige muss diese Kosten glaubhaft machen. Als Reisenebenkosten werden beispielhaft genannt: Gebühren für die Benutzung sanitärer Einrichtungen und Aufwendungen für die Reinigung der eigenen Schlafkabine. Es reicht aus, wenn der Arbeitnehmer diese für einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten durch entsprechende Aufzeichnungen glaubhaft macht. Darauf basierend kann dann der sog. tägliche Durchschnittsbetrag so lange zu Grunde gelegt werden, bis sich die Verhältnisse wesentlich ändern.

Fundstelle

BMF-Schreiben vom 4. Dezember 2012 (IV C 5 – S 2353/12/10009): Keine Übernachtungspauschalen bei LKW-Fahrern, die in der Schlafkabine ihres LKW übernachten; vereinfachter Nachweis von Reisenebenkosten