PwC

Steuern & Recht

Kosten der Facharztausbildung für Kind keine Sonderbetriebsausgaben


Die Kosten für die Facharztausbildung des Sohnes des Gesellschafters einer GbR sind weder Sonderbetriebsausgaben des Gesellschafters noch vorweggenommene Sonderbetriebsausgaben des Sohnes in seiner Eigenschaft als später hinzutretender Gesellschafter.

Die Aufwendungen stellen nach Dafürhalten des Bundesfinanzhofs (BFH) dann keine Sonderbetriebsausgaben dar, wenn die Ausbildung einem fremden Dritten nicht gewährt worden wäre. Im konkreten Fall machte eine als GbR tätige kieferorthopädische Praxis Sonderbetriebsausgaben für einen ihrer Gesellschafter hinsichtlich der Ausbildung dessen Sohnes zum Facharzt für Kieferorthopädie geltend. Im Hinblick auf das spätere altersbedingte Ausscheiden des Vaters hatten sich die Parteien bereits in 2001 verständigt, den Sohn als weiteren Gesellschafter in die Gemeinschaftspraxis aufzunehmen, sobald dessen Facharztausbildung (in 2004) beendet war. Die Ausbildungskosten wurden von der GbR bzw. vom Vater als Mitgesellschafter getragen. Das Finanzamt und auch das Finanzgericht hatten die Kosten steuerlich nicht anerkannt. Dem folgte auch der Bundesfinanzhof (BFH).

Ausbildungskosten der Kinder für spätere Unternehmensnachfolge privat veranlasst

Die Aufwendungen sind nicht durch die Beteiligung an der GbR veranlasst und müssen folglich den nicht abziehbaren Lebenshaltungskosten zugerechnet werden. Dieses generelle Abzugsverbot gelte ausnahmsweise nur dann nicht – so die Richter –, wenn die Kosten nachweisbar vollständig oder ganz überwiegend betrieblich veranlasst sind. Hieran seien aber strenge Anforderungen zu stellen. Die Zuordnung zum betrieblichen (bzw. beruflichen) Bereich setzt nämlich insofern voraus, dass der Leistungsbeziehung zwischen Eltern und Kindern Vereinbarungen zugrunde liegen, die den für die steuerliche Anerkennung von Verträgen zwischen nahen Angehörigen entwickelten Anforderungen genügen. Sie müssen dem sog. Fremdvergleich standhalten. Es fehlte der konkrete Nachweis, dass die Aufwendungen auch fremden Dritten oder aber üblicherweise in anderen (nach Größe und Branche) vergleichbaren Betrieben gemacht worden wären. Für den privaten Charakter sprach zudem, dass die Übernahme der Bildungsaufwendungen im Wesentlichen auf das Interesse des Mitgesellschafters an einer Praxisfortführung durch dessen Sohn beruht habe und auch keine ernsthaften Bemühungen erkennbar waren, zeitig einen fremden, bereits ausgebildeten Kieferorthopäden als Nachfolger zu suchen. Die Aufwendungen konnten dem Sohn auch nicht als vorweggenommene Sonderbetriebsausgaben zugerechnet werden, weil er in den Streitjahren (2001 und 2002) noch nicht Gesellschafter der GbR war.

Fundstelle

BFH-Urteil vom 6. November 2012 (VIII R 49/10), veröffentlicht am 6. Februar 2013