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Steuern & Recht

OECD für Stärkung internationaler Standards bei der Unternehmensbesteuerung


Nur globale Ansätze können dauerhaft verhindern, dass Steuersysteme multinationale Unternehmen bevorzugen und kleine Betriebe oder Durchschnittsbürger das Nachsehen haben. Das geht aus einer jetzt bekannt gegebenen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor.

Senkung der Steuerbemessungsgrundlage und Gewinnverlagerungen

Die im Auftrag der G20 erstellte Studie analysiert, wie multinationale Konzerne Steuerbemessungsgrundlagen aushöhlen und Gewinne verlagern – Titel: Addressing Base Erosion and Profit Shifting (BEPS). Angesprochen werden Gestaltungen, bei denen es multinationalen Unternehmen gelingt, die Besteuerung ihrer Gewinne aus den Ländern, in denen sie entstehen weg zu verlagern und dadurch im Vergleich zu kleineren, weniger international ausgerichteten Unternehmen, ihre Steuerzahlungen zu minimieren. OECD-Untersuchungen zu ausländischen Direktinvestitionen zeigen zudem, dass es bestimmte kleinere Staaten gibt, die als Durchlaufstationen für Investitionen dienen. Diese Taktiken sind zwar streng genommen legal, beeinträchtigen aber die Steuergrundlage vieler Länder und gefährden die Stabilität des weltweiten Steuersystems.

Anpassung internationaler Steuerstandards an veränderte globale Geschäftspraktiken

Die derzeitigen Gesetze blendeten, so der Bericht, viele Faktoren des modernen Wirtschaftsgeschehens aus, beispielsweise die Verflechtungen über Grenzen hinweg, den Wert geistigen Eigentums oder neue digitale Kommunikationstechnologien. Durch die verschiedenen Alternativen, die es multinationalen Unternehmen ermöglichen, Steuern zu minimieren oder ganz zu vermeiden, erhalten große Firmen einen unfairen Vorteil. Darüber hinaus behindern diese Gestaltungen Investitionen, Wachstum und Beschäftigung und führen dazu, dass letztlich der Durchschnittsbürger die Hauptsteuerlast zu tragen habe. Die Methoden der multinationalen Unternehmen zur Steueroptimierung seien darüber hinaus in dieser Hinsicht in den vergangenen zehn Jahren immer aggressiver geworden.

Die OECD wird in den kommenden Monaten die als kritisch erachteten Gegebenheiten weiter verfolgen und beabsichtigt außerdem zusammen mit Regierungen und der Wirtschaft einen Maßnahmenkatalog zu entwerfen, der dabei helfen soll, das globale Steuersystem in einem festgelegten Zeitrahmen durch ausgewogene und wirksame Strategien zu stärken. Als Felder zentraler Dringlichkeit identifiziert der Bericht die Steuerabkommen, Verrechnungspreise, effektivere Missbrauchsvorschriften, Steueroasen als Schlupflöcher, konzerninterne Finanztransaktionen und unternehmerische Fremdfinanzierungsalternativen.

Fundstelle

OECD zum Bericht über Bemessungsgrundlage Erosion, Gewinnverlagerung von multinationalen Unternehmen (BEPS)