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Steuern & Recht

Keine Teilwertabschreibung bei Verlusten aus Fremdwährungsdarlehen der Tochter


Devisenkursänderungen, welche zu einer Erhöhung der Rückzahlungsverpflichtung aus Fremdwährungsdarlehen der Tochtergesellschaft führen, schlagen nicht ohne weiteres auf den Teilwert der Beteiligung an der Tochtergesellschaft selbst durch.

Bei Beantwortung dieser Frage kommt es darauf an, ob aus prognostischer Sicht des Bilanzstichtages mehr Gründe für ein Andauern der Wertminderung sprechen als dagegen. Die Tochter hatte deutsche Immobilien erworben, die sie über Fremdwährungsdarlehen in Schweizer Franken (CHF) finanzierte. Aufgrund der Aufwertung des CHF im Verhältnis zur DM und zur entsprechenden Euro-Parität hatte die Tochtergesellschaft eine gewinnmindernde Höherbewertung der CHF-Darlehensverbindlichkeit vorgenommen, die vom Finanzamt nicht beanstandet wurde.

Lange Laufzeit der Fremdwährungsverbindlichkeit lässt späteren Ausgleich erwarten – daher keine voraussichtlich dauernde Wertminderung

Bei Fremdwährungsverbindlichkeiten, die – wie hier – eine Restlaufzeit von circa zehn Jahren oder mehr haben, rechtfertigt aus BFH-Sicht ein Kursanstieg der Fremdwährung grundsätzlich keine gewinnmindernde Teilwertzuschreibung; es sei davon auszugehen, dass sich Währungsschwankungen grundsätzlich ausgleichen und daher nur vorübergehender Natur sind (so BFH vom 23. April 2009, IV R 62/06). In Übereinstimmung mit dieser höchstrichterlichen Rechtsprechung gelangten die Richter am Finanzgericht zu ihrer ablehnenden Auffassung: Bei Aufstellung der Bilanz konnte noch davon ausgegangen werden, dass eine Währung wie der Schweizer Franken sich in Relation zum Euro relativ gleichmäßig entwickeln werde. Die steuerliche Anerkennung der Darlehenszuschreibung war in diesem Fall, so das Finanzgericht, für die Bewertung der Beteiligung der Mutter nicht maßgeblich. Denn die eingetretene bilanzielle Überschuldung der Tochter resultierte nicht aus dem operativen Geschäft, sondern allein aus der Höherbewertung ihrer Fremdwährungsverbindlichkeiten, die aber sachlich nicht gerechtfertigt war. Ferner war deren innerer Wert auch nicht wegen nachhaltig gesunkener Ertragsaussichten beeinträchtigt. Auch die vom BFH in seinem Urteil vom 21.September 2011 (I R 89/10)) vorgenommene typisierende Betrachtung einer Bagatellgrenze von 5% bei Aktienbewertungen könne hier nicht herangezogen werden, denn während über die Kursbildung am Aktienmarkt die AG selbst bewertet wird, bildete (hier) der Devisenkurs nicht direkt den Wert des langfristigen Fremdwährungskredits ab.

Hinweis: Der Fall betraf das Jahr 2000. Ab dem 1. Januar 2001 ist bei vergleichbaren Fällen § 8b Abs. 3 Körperschaftsteuergesetz zu beachten, wonach im Zusammenhang mit einer steuerfreien Veräußerung stehende Gewinnminderungen steuerlich nicht berücksichtigt werden (Ausnahmen gelten nach § 8b Abs. 7 KStG für bestimmte Finanzunternehmen).

Fundstelle

Finanzgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 7.6.2012 (1 K 130/09), Revision eingelegt (Aktenzeichen beim BFH: I R 53/12)