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Steuern & Recht

Familienheimfahrten mit Dienstwagen keine Werbungskosten


Aufwendungen für wöchentliche Familienheimfahrten des Arbeitnehmers mit einem vom Arbeitgeber überlassenen Dienstwagen berechtigen nicht zum Werbungskostenabzug. Dies korrespondiert insoweit mit der einkommensteuerlichen Regelung, wonach für Familienheimfahrten kein Nutzungsvorteil angesetzt wird.

Der Kläger war in der rund 380 km vom Familienwohnsitz entfernt gelegenen Firma nichtselbständig tätig, hatte in einem nahegelegenen Ort eine Mietwohnung und nutzte einen von seinem Arbeitgeber auch für Privatfahrten überlassenen Dienstwagen. Die private Kfz-Nutzung wurde mit der 1%-Regelung und die damit durchgeführten Fahrten zur Arbeitsstätte auf Grundlage der Entfernung von 13 km mit der 0,03%-Regelung besteuert. Der Kläger machte jeweils 45 wöchentliche Familienheimfahrten als Werbungskosten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung geltend, was das Finanzamt jedoch ablehnte.

Mit seinem Vordringen war dem Steuerpflichtigen vor dem Finanzgericht kein Erfolg beschieden. Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte auf dessen Nichtzulassungsbeschwerde die Revision zwar zugelassen, folgte aber im Ergebnis den Vorinstanzen und lehnte die Revision ab. Im Ergebnis begründeten die Richter ihr Urteil wie folgt:

  • § 9 Abs. 1 Nr. 5 Satz 6 Einkommensteuergesetz (EStG) schließt Aufwendungen für Familienheimfahrten mit einem überlassenen Kfz vom Werbungskostenabzug aus.
  • Nach § 8 Abs. 2 Satz 5, 2. Halbsatz EStG ist bei einer Familienheimfahrt mit dem Dienstwagen kein Sachbezug anzusetzen, sofern ein WK-Abzug in Betracht kommt.
  • Beide Vorschriften korrespondieren miteinander.

Diesem Ergebnis liege, so der BFH, der Gedanke zugrunde, dass der Werbungskostenabzug für Familienheimfahrten einen tatsächlichen Aufwand voraussetzt. Wenn der Arbeitnehmer diese Fahrten jedoch mit dem überlassenen Dienstwagen durchführt, entsteht ihm aber kein eigener Aufwand.

Fundstelle

BFH-Urteil vom 28. Februar 2013 (VI R 33/11), veröffentlicht am 12. Juni 2013