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Steuern & Recht

Vorfälligkeitsentschädigungen keine nachträglichen Werbungskosten


Dem Bundesfinanzhof liegt die Frage des Veranlassungszusammenhangs von Vorfälligkeitsentschädigungen mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung bei einer lastenfreien und nicht steuerbaren Grundstücksveräußerung vor. Das Finanzgericht Düsseldorf als Vorinstanz hatte Vorfälligkeitsentschädigungen, die erst nach Ablauf der Zehn-Jahres-Frist des § 23 Einkommensteuergesetz gezahlt wurden, nicht als nachträgliche Werbungskosten anerkannt.

Bundesfinanzhof: Nachträgliche Schuldzinsen bei Veräußerung innerhalb der Zehn-Jahres-Frist abzugsfähig

Mit Urteil vom 20. Juni 2012 (IX R 67/10) hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass Schuldzinsen für ein Darlehen, das ursprünglich zur Finanzierung von Anschaffungskosten einer zur Vermietung bestimmten Immobilie aufgenommen wurde, grundsätzlich auch dann noch als nachträgliche Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung (V+V) abgezogen werden können, wenn das Gebäude veräußert wird, der Veräußerungserlös aber nicht ausreicht, um die Darlehensverbindlichkeit zu tilgen. Der BFH hielt damit an seiner bisherigen – restriktiveren – Rechtsprechung zur beschränkten Abziehbarkeit nachträglicher Schuldzinsen bei den Einkünften aus V+V nicht länger fest. Die höchstrichterliche Entscheidung betraf einen Fall, in dem der Steuerpflichtige sein Vermietungsobjekt innerhalb des Zehnjahreszeitraums steuerbar veräußert hatte.

Finanzgericht: Keine nachträglichen Werbungskosten bei Aufwendungen außerhalb der Veräußerungsfrist

Nun hat das Finanzgericht Düsseldorf bei einer Veräußerung außerhalb des Zehnjahreszeitraums einen nachträglichen Werbungskostenabzug verneint. Die Klägerin hatte zur Ablösung einer Restschuld aus zwei Darlehen, die zur Finanzierung der Anschaffung eines Grundstücksobjekts aufgenommen wurden, Vorfälligkeitsentschädigungen an die kreditgebende Bank zu zahlen und machte diese als Werbungskosten bei den Einkünften aus V+V geltend. Das Finanzgericht verneinte den wirtschaftlichen Zusammenhang mit der betreffenden Einkunftsart und wies die Klage mangels der Erzielung steuerbarer Einnahmen ab. Der ursprünglich durch die Kreditaufnahme bestehende Einkünfte-Zusammenhang werde durch die Veräußerung unterbrochen. Die Vorfälligkeitsentschädigungen seien nicht den bis zur Veräußerung erzielten laufenden Einkünften, sondern dem Veräußerungsvorgang zuzurechnen, so die Begründung des Gerichts in Kürze.

Fundstelle

Finanzgericht Düsseldorf, Urteil vom 11. September 2013 (7 K 545/13 E), Revision eingelegt (Aktenzeichen beim BFH: IX R 42/13)