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Steuern & Recht

Bundesfinanzministerium zur Teilwertabschreibung und voraussichtlichen Wertminderung


Das Bundesfinanzministerium hat den Entwurf eines Schreibens zur Teilwertabschreibung an diverse Verbände versandt. Hintergrund für die Überarbeitung der bisherigen Verwaltungsauffassung ist die aktuelle Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes, vor allem vom September 2011, zur Teilwertabschreibung.

Hintergrund der aktuellen behördlichen Aktivitäten sind die Urteile des Bundesfinanzhofes (BFH) zur Zulässigkeit von Teilwertabschreibungen bei börsennotierten Aktien. Mit diesen Urteilen hatte der BFH seine bisherige Rechtsprechung präzisiert und bestätigt. Von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung sei bei an der Börse gehandelten Aktien typisierend bereits dann auszugehen, wenn der Kurs am Bilanzstichtag unter den Kurs im Zeitpunkt des Aktienerwerbs gesunken ist und die Kursdifferenz eine Bagatellgrenze von 5 % überschreitet. Dies soll jetzt hinsichtlich der börsennotierten Aktien in der Verwaltungspraxis so umgesetzt werden.

Nach der Verwaltungsmeinung ist eine Wertminderung voraussichtlich dann nachhaltig, wenn der Steuerpflichtige damit aus der Sicht am Bilanzstichtag aufgrund objektiver Anzeichen ernsthaft zu rechnen hat. Aus der Sicht eines sorgfältigen und gewissenhaften Kaufmanns müssen mehr Gründe für als gegen eine Nachhaltigkeit sprechen. Wertminderungen aus besonderem Anlass (z. B. Katastrophen oder technischer Fortschritt) sind regelmäßig von Dauer. Die Beurteilung der Dauerhaftigkeit einer Wertminderung macht eine zeitraumbezogene Betrachtung erforderlich, die auch von der Art des Wirtschaftsguts abhängt. Erkenntnisse bis zur Bilanzaufstellung, die die Wertentwicklung bis zum Bilanzstichtag bestätigen, müssen berücksichtigt werden, nicht jedoch solche, die einer Wertbegründung nach dem Bilanzstichtag entsprechen. Im einzelnen:

Abnutzbares Anlagevermögen: Voraussichtliche Wertminderung dann, wenn der Wert des jeweiligen Wirtschaftsguts zum Bilanzstichtag mindestens für die halbe Restnutzungsdauer unter dem planmäßigen Restbuchwert liegt.

Nicht abnutzbares Anlagevermögen und Umlaufvermögen: Hier sei, so das Bundesfinanzministerium (BMF), darauf abzustellen, ob die Gründe für eine niedrigere Bewertung voraussichtlich anhalten werden und mit welcher tatsächlichen Realisierung (beispielsweise bei notleidenden Forderungen) gerechnet werden kann. Bei festverzinslichen Wertpapieren, die eine Forderung in Höhe des Nominalwerts der Forderung verbriefen, fehlt es in der Regel an einer voraussichtlich dauernden Wertminderung. Dies gilt nach Meinung des BMF auch dann, wenn die Wertpapiere zum Umlaufvermögen gehören. Eine Teilwertabschreibung unter den Nennwert ist allein wegen gesunkener Kurse – abgesehen von der Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit des Schuldners – regelmäßig nicht zulässig. Die Bagatellgrenze von 5 % ist bei Wirtschaftsgütern des Umlaufvermögens nicht maßgeblich.

Die für das Umlaufvermögen aufgezeigten Grundsätze gelten nicht für zu Handelszwecken erworbene Finanzinstrumente, für die eigene Bewertungsvorschriften gelten (eine Bewertung mit dem voraussichtlich niedrigeren Teilwert ist für diese Wirtschaftsgüter ausgeschlossen; Ausnahme: Finanzinstrumente der Liquiditätsreserve).

Außerdem wurde seitens der Verwaltung die Gelegenheit der generellen Überarbeitung genutzt, um die einzelnen bestehenden BMF-Schreiben zum Themenkomplex Teilwertabschreibung zusammenzufassen. Den Verbänden wurde bis zum 28. Februar 2014 Gelegenheit zur Stellungnahme zu diesem Entwurf gegeben.

Den ausführlichen Entwurf des BMF-Schreibens können Sie auf der Internetseite des BMF herunterladen.

Eine englische Zusammenfassung dieses Schreibens finden Sie hier (Impairment of value of assets).

Fundstelle

BMF-Entwurf vom 17. Januar 2014 (IV C 6 -S 2171-b/09/10002)