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Steuern & Recht

Kosten aus Anlass eines Priesterjubiläums keine Werbungskosten


Die Steuergesetze sind auch dem Bundesfinanzhof heilig, deswegen müssen sie für jedermann gleich und korrekt umgesetzt werden: Aufwendungen für die Feier eines 25-jährigen Priesterjubiläums können nicht als Werbungskosten abgezogen werden; die Feier ist nicht der beruflichen Sphäre zuzuordnen – Art und Umfang der Feierlichkeiten ließen den Gerichten keine andere Wahl.

Die umfängliche Schilderung des Sachverhaltes wird dem steuerlich Kundigen die Rechtsfindung sicherlich schon vorab und bereits an dieser Stelle des Beitrages erleichtern:

Der Kläger ist katholischer Priester und als Gefängnisseelsorger in der Justizvollzugsanstalt (JVA) tätig. Anlässlich seines 25-jährigen Priesterjubiläums führte er in einem Berghaus – zusammen mit Konzelebranten – einen Festgottesdienst durch, der aus einer Eucharistiefeier und einem Semesterabschlussgottesdienst für eine katholische Studentenverbindung bestand. Anschließend richtete er eine Feier im Garten des Berghauses aus. Der Kläger trat selbst als Gastgeber auf und bestimmte auch den Ort und Umfang der Feier sowie die Auswahl der Gäste. Von den 107 erschienenen Gästen waren neun Berufskollegen, elf „berufliche Wegbegleiter“ (darunter fünf Ehefrauen als Begleitung), 42 pastoral betreute Personen (darunter 13 Personen als Begleitung), 28 Mitarbeiter der JVA (darunter sechs Personen/Ehefrauen als Begleitung) und sieben Mitglieder der Familie oder Verwandtschaft. Der Kläger hatte das Berghaus für den ganzen Tag und die anschließende Nacht angemietet, die Familienmitglieder übernachteten dort auch, zum Teil zwei Nächte. Nun machte er die gesamten Kosten (einschließlich Übernachtung) als Werbungskosten geltend. Das Finanzgericht lehnte es ab, die Feier der beruflichen Sphäre des Klägers zuzuordnen. Die Absolution dieser Sichtweise erfolgte nun durch den Bundesfinanzhof (BFH).

Dienstjubiläen werden von der höchstrichterlichen Rechtsprechung als herausgehobene persönliche Ereignisse in der Regel als privat veranlasst gesehen. Auch die Umstände des hier vorliegenden Falles liesen keine andere Beurteilung zu. Denn der Kläger war als Gastgeber aufgetreten und hatte die Gästeliste bestimmt. Die Gäste seien in erster Linie aufgrund persönlicher Beziehungen zum Kläger geladen und bewirtet worden, auch wenn es sich um sog. Angehörige des öffentlichen Lebens handelte. Entsprechendes gilt, da der Kläger den Festgottesdienst nicht aufgrund einer konkreten beruflichen Verpflichtung zelebriert hatte. Zu Lasten des Klägers spreche schließlich auch der Ort und die Dauer der Veranstaltung. Die Anmietung eines Berghauses für einen Tag und die sich anschließende Nacht indiziert nach Ansicht des BFH in besonderer Weise den Charakter einer privaten Feier.

Fundstelle

BFH-Beschluss vom 24. September 2013 (VI R 35/11), als NV-Entscheidung veröffentlicht am 5. Februar 2014