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Steuern & Recht

Beschränkter Werbungskostenabzug bei Abgeltungsteuer auf dem Prüfstand


Laut einer Pressemitteilung des Bundes der Steuerzahler ist beim Bundesfinanzhof ein weiteres Musterverfahren zur Verfassungsmäßigkeit von § 20 Absatz 9 Einkommensteuer anhängig, der einen Abzug der tatsächlichen Werbungskosten bei der Abgeltungsteuer ausschließt.

Seit Einführung der Abgeltungsteuer kann nur noch der Sparer-Pauschbetrag (801 bzw. 1602 Euro) abgezogen werden. Höhere Werbungskosten können steuerlich nicht mehr berücksichtigt werden. Das Finanzgericht Baden-Würrtemberg hatte mit Urteil vom 17.12.2012 entschieden, dass der Abzug von Werbungskosten in tatsächlicher Höhe bei den Einkünften aus Kapitalvermögen aus verfassungsrechtlichen Gründen jedenfalls in den Fällen auf Antrag möglich ist, in denen der tarifliche Einkommensteuersatz bereits unter Berücksichtigung des Sparer-Pauschbetrags unter dem Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent liegt. Die Revision ruht derzeit noch beim Bundesfinanzhof (BFH), Aktenzeichen VIII R 13/13.

In dem aktuellen Fall hatten die Steuerpflichtigen ein Darlehen zur Finanzierung ihrer Kapitalanlage aufgenommen, deren persönlicher Steuersatz liegt mit rund 27 Prozent leicht über dem Abgeltungsteuersatz. Das Finanzamt will die tatsächlich angefallenen Finanzierungszinsen – über den Sparerpauschbetrag hinaus – nicht steuermindernd berücksichtigen. Dagegen richtet sich nun das Revisionsverfahren vor dem BFH (dort anhängig unter: VIII R 18/14).

Fundstelle

Bund der Steuerzahler, Pressemitteilung vom 25. April 2014