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Steuern & Recht

Heimatflughafen keine regelmäßige Arbeitsstätte eines Piloten


Der Bundesfinanzhof gab einem Piloten Recht, der gegen den Ansatz der Entfernungspauschale hinsichtlich seiner Fahrten zwischen Wohnung und Heimatflughafen geklagt hatte. Die Begründung des Flugzeugführers ergab sich – berechtigterweise – aus der geänderten BFH-Rechtsprechung zur regelmäßigen Arbeitsstätte (diese ist nur dort, wo sich der ortsgebundene Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit befindet).

Tätigkeit des Piloten ist Auswärtstätigkeit

Die Folge aus dieser Sichtweise ist, dass der Pilot (Kläger) statt der Entfernungspauschale die tatsächlichen Kosten nach Dienstreisegrundsätzen geltend machen kann. Begründung des Bundesfinanzhofes (BFH): Ist der Arbeitnehmer nicht an einer dauerhaften betrieblichen Einrichtung tätig, liegt regelmäßig eine Auswärtstätigkeit vor, weil er entweder vorübergehend von seiner Wohnung und auch dem ortsgebundenen Mittelpunkt seiner dauerhaft angelegten beruflichen Tätigkeit entfernt tätig wird oder weil er schon über keinen dauerhaft angelegten ortsgebundenen Bezugspunkt für seine berufliche Tätigkeit verfügt, sondern nur an ständig wechselnden Tätigkeitsstätten oder auf einem Fahrzeug eingesetzt wird. Nach Meinung des BFH könne der Kläger auch nicht in einer dem Arbeitgeber möglicherweise zugeordneten Einrichtung auf dem Flughafengelände in einer Weise tätig werden, die es rechtfertige, diesen Tätigkeitsort als seine regelmäßige Arbeitsstätte zu beurteilen. Er war als Verkehrsflugzeugführer und damit schwerpunktmäßig in einem Flugzeug, das mangels Ortsfestigkeit keine regelmäßige Arbeitsstätte darstellt und damit auswärts tätig. Entscheidend war für die Richter schlussendlich, dass der Pilot seiner eigentlichen Tätigkeit, dem Führen eines Verkehrsflugzeugs, außerhalb der Einrichtungen der Fluggesellschaft nachgegangen ist.

Fundstelle

BFH-Urteil vom 26. Februar 2014 (VI R 68/12), als NV-Entscheidung veröffentlicht am 21. Mai 2014