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Steuern & Recht

Auch längerfristige Tätigkeit auf Baustelle keine regelmäßige Arbeitsstätte


Eine auswärtige (Groß-)Baustelle ist keine regelmäßige Arbeitsstätte im Sinne von § 9 Abs. 1 Nr. 4 Einkommensteuergesetz, auch wenn sie der Arbeitnehmer fortdauernd und immer wieder aufsucht.

Bauausführungen oder Montagen sind keine regelmäßigen Arbeitsstätten, denn es handelt sich dabei um vorübergehende und nicht um dauerhafte Tätigkeitsstätten, auch wenn diese nach § 12 Satz 2 Abgabenordnung eine Betriebsstätte oder Geschäftseinrichtung des Arbeitgebers sein können. Dies – so der Bundesfinanzhof (BFH) in Fortführung seiner Rechtsprechung – gelte auch für auswärtige (Groß-)Baustellen. Eine auswärtige Baustelle ist typisiert betrachtet kein dauerhafter, sondern nur ein vorübergehender und bis zur Fertigstellung des Bauvorhabens zeitlich begrenzter Tätigkeitsort des Arbeitnehmers. Welche infrastrukturellen Gegebenheiten der Arbeitgeber dort vorhält ist unerheblich. Ohne Bedeutung ist ebenfalls, ob der Arbeitnehmer die Baustelle fortdauernd und immer wieder (dauerhaft) u.U. auch für die gesamte Dauer eines (befristeten) Beschäftigungsverhältnisses aufsucht. Denn eine auswärtige Tätigkeitsstätte wie eine Baustelle wird nicht durch bloßen Zeitablauf zu einer regelmäßigen Arbeitsstätte.

Fundstelle 

BFH-Urteil vom 20. März 2014 (VI R 74/13), veröffentlicht am 18. Juni 2014