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Steuern & Recht

Bewertung des geldwerten Vorteils aus privater Kfz-Nutzung bei Leasing-Sonderzahlung


Eine Leasingsonderzahlung kann zur Ermittlung des lohnsteuerpflichtigen Kfz-Privatanteils nicht in voller Höhe in die Gesamtkosten einbezogen werden, sondern muss über die Laufzeit des Leasingvertrages verteilt werden. So das Finanzgericht Berlin-Brandenburg in einer nicht rechtskräftigen Entscheidung.

Der Wert der privaten Nutzung eines geleasten betrieblichen Kfz kann statt mit der sog. 1%-Regelung mit dem auf die Privatnutzung entfallenden Teil der gesamten Kfz-Aufwendungen nach der Fahrtenbuchmethode angesetzt werden. Im Rahmen eines Teilamortisations-Leasings wurde die anfängliche, im Streitjahr geleistete Sonderzahlung von der Arbeitgeberin (Leasingnehmer) nicht als Anschaffungskosten eines erworbenen Nutzungsrechts behandelt, sondern wie eine Mietvorauszahlung bezogen auf das Streitjahr in deren Bilanz aktiv abgegrenzt. Das Finanzamt war der Auffassung, die einmalige Sonderzahlung sei im Jahr der Zahlung zusätzlich in voller Höhe bei den Kfz-Gesamtkosten zu erfassen. Dadurch ergab sich ein erhöhter Kilometersatz von 1,57 Euro, gegenüber 1,08 Euro bei einer Verteilung der Sonderzahlung auf die Gesamtlaufzeit des Leasingvertrages.

Das Finanzgericht gab der Klage statt, lies jedoch die Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) zu. Es erschien dem Gericht sachgerecht, grundsätzlich nur die als Betriebsausgaben tatsächlich abgesetzten Aufwendungen bei der Bemessungsgrundlage für die Pkw-Nutzungsentnahme zu erfassen. Bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise ist die Sonderzahlung ein vorausgezahltes Nutzungsentgelt und daher bei Ermittlung des geldwerten Vorteils für das Streitjahr auch nicht in voller Höhe sondern anteilig zu berücksichtigen. Für die Bewertung des Vorteils der Pkw-Nutzung sei allein der im Streitjahr bei der Arbeitgeberin angefallene wirtschaftliche Aufwand maßgeblich und nicht deren Zahlungen auch für die Zukunft.

Dem das Kfz privat nutzende Geschäftsführer-Gesellschafter ist – so das Finanzgericht – nur teilweise ein lohnsteuerrechtlicher Vorteil zugeflossen, da es aus seiner Sicht für den Vorteil der Fahrzeugnutzung keinen Unterschied mache, ob der Arbeitgeber eine Sonderzahlung auf den Leasingvertrag geleistet hat oder nicht.

Fundstelle

Finanzgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 11. Dezember 2013 (9 K 9224/10), nicht rechtskräftig