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Steuern & Recht

Teilwertabschreibung und voraussichtlich dauernde Wertminderung


Das Bundesfinanzministerium hatte im Januar 2014 den Entwurf eines Schreibens zur Teilwertabschreibung an diverse Verbände versandt. Hintergrund für die Überarbeitung der bisherigen Verwaltungsauffassung ist die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes zu dieser Problematik, vor allem aus 2011. Nunmehr hat die Verwaltung das endgültige Schreiben veröffentlicht.

Grundsätzliches: Die Nachweispflicht für den niedrigeren Teilwert liegt beim Steuerpflichtigen. Zudem ist im Rahmen des Wertaufholungsgebots nachzuweisen, dass und in welchem Umfang der Teilwert weiterhin unter der Bewertungsobergrenze liegt. Eine voraussichtlich dauernde Wertminderung bedeutet ein voraussichtlich nachhaltiges Absinken des Werts des Wirtschaftsguts unter den maßgeblichen Buchwert; eine nur vorübergehende Wertminderung reicht nicht aus.

Abnutzbares Anlagevermögen: Von einer dauernden Wertminderung kann dann ausgegangen werden, wenn der Wert des jeweiligen Wirtschaftsguts zum Bilanzstichtag mindestens für die halbe Restnutzungsdauer unter dem planmäßigen Restbuchwert liegt.

Nicht abnutzbares Anlagevermögen: Hier ist grundsätzlich darauf abzustellen, ob die Gründe für eine niedrigere Bewertung voraussichtlich anhalten werden. Bei festverzinslichen Wertpapieren beispielsweise ist der niedrigere Börsenkurs dann nicht von Dauer, wenn die Wertpapiere bei Fälligkeit zu 100 % des Nennwerts eingelöst werden (können). Bei börsennotierten Aktien des Anlagevermögens ist von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auszugehen, wenn der Börsenwert zum Bilanzstichtag unter denjenigen im Zeitpunkt des Aktienerwerbs gesunken ist und der Kursverlust die Bagatellgrenze von 5 % der Notierung bei Erwerb überschreitet. Die zur Bewertung von börsennotierten Aktien im Anlagevermögen aufgestellten Grundsätze sind entsprechend auf im Anlagevermögen gehaltene Investmentanteile an Publikums-und Spezial-Investmentvermögen anzuwenden, wenn das Investmentvermögen überwiegend in börsennotierten Aktien als Vermögensgegenstände investiert ist („überwiegend“ in diesem Sinne bedeutet, dass mehr als 50% des Werts des Investmentvermögens zum Bilanzstichtag in Aktien investiert ist). Bei Forderungen kommt es darauf an, in welcher Höhe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit einem Zahlungseingang gerechnet werden kann. Eine Unverzinslichkeit einer im Anlagevermögen gehaltenen Forderung rechtfertigt keine Teilwertabschreibung.

Umlaufvermögen: Hier kommt dem Zeitpunkt der Veräußerung oder Verwendung für die Bestimmung einer voraussichtlich dauernden Wertminderung eine besondere Bedeutung zu. Werterhellende Erkenntnisse, beispielsweise zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung, sind in die Beurteilung einzubeziehen. Bei festverzinslichen Wertpapieren, die eine Forderung in Höhe des Nominalwerts der Forderung verbriefen, fehlt es in der Regel an einer voraussichtlich dauernden Wertminderung.

Ausführungen zum Wertaufholungsgebot, dem Ansatz von Verbindlichkeiten und zur zeitlichen Anwendung runden die Ausführungen ab. Das ausführliche Schreiben kann auf der Internetseite des BMF heruntergeladen werden.

Fundstelle

BMF-Schreiben vom 16. Juli 2014 (IV C 6 – S 2171-b/09/10002)

Eine englische Zusammenfassung dieses Schreibens finden Sie hier (Asset write-downs for impairment of value).