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Steuern & Recht

Anwendung des ermäßigten Steuersatzes auf Hörbücher ab 2015


Für gedruckte Bücher gilt seit langem der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent, nicht jedoch für Hörbücher. Das ändert sich bekanntermaßen ab dem 1. Januar 2015: Hörbücher werden dann wie gedruckte Bücher nur noch mit dem ermäßigten Steuersatz belegt werden. Zu der Neuregelung gibt das Bundesfinanzministerium nun einige klarstellende Hinweise heraus.

Im Rahmen des Gesetzes zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften vom 25. Juli 2014  wurde die Anlage 2 zum UStG bezüglich der dem ermäßigten Steuersatz unterliegenden Gegenstände um Hörbücher ergänzt. Das Bundesfinanzministerium vertritt hierzu die nachfolgende Auffassung.

Die Anwendung der Steuerermäßigung setzt die Übertragung bzw. Vermietung eines körperlichen Gegenstands in Gestalt eines Speichermediums (digital: z. B. CD-ROM, USB-Speicher oder Speicherkarten; analog: z. B. Tonbandkassetten oder Schallplatten) voraus. Weitere Voraussetzung ist, dass auf dem Medium ausschließlich die Tonaufzeichnung der Lesung eines Buches gespeichert ist. Der dabei zugrundeliegende Buchbegriff ist funktional zu verstehen, d. h. die Lesung muss einen Text wiedergeben, der dem herkömmlichen Verständnis vom Inhalt eines Buches entspricht. Für Lesungen, die dem ermäßigten Umsatzsteuersatz unterliegen, ist die Verwendung von Musik und Geräuschen, die der Illustration des Textes dienen, zulässig.

Nicht begünstigt sind:

  • Hörbücher, für die Beschränkungen als jugendgefährdende Trägermedien bestehen.
  • Hörspiele, da diese grundsätzlich nicht denselben Inhalt wie gedruckte Bücher wiedergeben, sondern sich des Stoffs als Grundlage für eine eigene Geschichte bedienen.
  • Hörzeitungen und Hörzeitschriften.
  • Auf elektronischem Weg erbrachte sonstige Leistungen (z. B. das Herunterladen von Hörbüchern aus dem Internet).

Sofern der Unternehmer gegen Zahlung eines Gesamtverkaufspreises ein gedrucktes Buch abgibt und gleichzeitig den elektronischen Zugang zum Hörbuch einräumt, ist der Gesamtverkaufspreis sachgerecht aufzuteilen. Für vor dem 1. Januar 2016 ausgeführte Umsätze wird es die Verwaltung jedoch nicht beanstanden, wenn diese Vorgänge als dem ermäßigten Steuersatz unterliegende einheitliche Leistung behandelt werden.

Hinweis: Für E-Books gilt weiterhin der Regelsteuersatz, da eine Besteuerung elektronischer Dienstleistungen zum ermäßigten Steuersatz eine Änderung der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie voraussetzt. Die Regierung hatte in ihrer Koalitionsvereinbarung ursprünglich vereinbart, sich für eine derartige Änderung einzusetzen.

Fundstelle

BMF-Schreiben vom 1. Dezember 2014 (IV D 2 – S 7225/07/10002)