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Steuern & Recht

Aufwendungen für berufliche Nutzung eines Privatflugzeugs keine Werbungskosten


Ein GmbH-Geschäftsführer kann Aufwendungen für die berufliche Nutzung eines selbstgesteuerten Privatflugzeugs und für den Erwerb einer internationalen Fluglizenz wegen privater Mitveranlassung nicht als Werbungskosten abziehen. Das hat das Hessische Finanzgericht entschieden.

Der Kläger – ein GmbH-Geschäftsführer – war Eigentümer eines kleineren Privatflugzeugs und im Besitz eines entsprechenden Flugscheins. Von den über 100 Flugstunden im Streitjahr entfielen ca. 30 auf Flüge zur Wahrnehmung von beruflich veranlassten Auswärtsterminen. Für letztere machte der Kläger, der sich u.a. auf Zeitersparnis, Terminnot und die Einsparung von Übernachtungskosten berief, keine Erstattung gegenüber dem Arbeitgeber jedoch einen entsprechenden Werbungskostenabzug beim Finanzamt geltend.

Das Hessische Finanzgericht entschied, dass die geltend gemachten Aufwendungen für die Nutzung des Privatflugzeugs nicht als Werbungskosten abzugsfähig sind. Dies ergebe sich u.a. aus § 12 Nr. 1 Einkommensteuergesetz, wonach die Kosten für den Haushalt des Steuerpflichtigen nicht abzugsfähig sind: Dazu gehörten auch Aufwendungen für die Lebensführung, die die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt, auch wenn sie zur Förderung des Berufs der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen. Nach den Gesamtumständen habe der Kläger das von ihm selbst gesteuerte Privatflugzeug aus privaten Motiven (Freude am Fliegen) anderen Verkehrsmitteln vorgezogen. Zwar hätten sich durch die Nutzung seines Privatflugzeuges die Reise- bzw. Abwesenheitszeiten verkürzt. Gleichzeitig habe aber – im Gegensatz zu Linienflügen und Bahnfahrten – keine Zeit für Telefonate, Durchsicht von Geschäftsunterlagen oder elektronische Kommunikation bestanden. Für die Erhöhung der effektiven Arbeitszeit habe dem Kläger auch kein Anspruch auf entsprechende Vergütung durch den Arbeitgeber zugestanden. Damit sei die Nutzung des Privatflugzeugs für die beruflichen Auswärtstermine zumindest privat mitveranlasst gewesen, wobei es auch an einem geeigneten Aufteilungsmaßstab für die Aufteilung in beruflich und privat veranlasste Aufwendungen fehle.

Schließlich seien auch die Aufwendungen von bis zu 30.000 Euro für den Erwerb der internationalen Fluglizenz nicht als Werbungskosten abzugsfähig, weil der Kläger diesen Flugschein für die von ihm ausgeübte Tätigkeit als Geschäftsführer nicht benötigt habe. Zudem bestünden auch keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass diese Aufwendungen als vorab entstandene bzw. vorweggenommene Werbungskosten hinsichtlich einer angestrebten, anders gearteten Tätigkeit anzuerkennen seien.

Fundstelle

Hessisches Finanzgericht, Urteil vom 14. Oktober 2014 (4 K 781/12); Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt (Az. des Bundesfinanzhofs: VI B 137/14)