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Steuern & Recht

Rückwirkung im Steuerrecht: Berechnung des steuerfreien Wertzuwachses bei Veräußerungsgeschäften


Erneut nimmt der Bundesfinanzhof zur Frage der Aufteilung bzw. Ermittlung des Gewinns aus privaten Veräußerungsgeschäften nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Rückwirkung im Steuerrecht Stellung und erklärt die zur Gewinnermittlung ergangene Vereinfachungsregelung der Verwaltung (lineare Aufteilung) insoweit nicht für anwendbar. Auch die Zuordnungsfrage der entsprechenden Veräußerungskosten ist nun höchstrichterlich geklärt.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte in der Vergangenheit mehrfach – insbesondere im Urteil vom 6. Mai 2014 (IX R 39/13) – zur Frage der Ermittlung des Veräußerungsgewinns nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Rückwirkung im Steuerrecht Stellung genommen. So auch jetzt in einem weiteren aktuellen Fall, mit der bekannten Begründung, dass die Berechnung des Gewinns  nach konkreten Zeitabschnitten und nicht linear erfolgen müsse.

Die Frage der Aufteilung der Veräußerungskosten musste im früheren Fall IX R 39/19 nicht entschieden werden bzw. konnte offen bleiben. Dies holt der BFH nun in seiner aktuellen Entscheidung aus gegebenem Anlass nach, indem er sich der früheren Auffassung der Finanzverwaltung anschließt (insofern nun entgegen einer späteren/geänderten Verwaltungsauffassung aus 2011): Veräußerungskosten sind bei der Ermittlung der Einkünfte aus Veräußerungsgeschäften nicht (zeitanteilig) aufzuteilen, sondern als Werbungskosten in vollem Umfang vom steuerbaren Veräußerungsgewinn abzuziehen.

Fundstelle

BFH-Urteil vom 6. Mai 2015 (IX R 27/13), veröffentlicht am 9. Dezember 2015