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Steuern & Recht

Kein steuerpflichtiger Sachbezug bei kostenloser Verpflegung auf Offshore-Plattform


Wegen der besonderen Bedingungen auf einer Offshore-Plattform ist die unentgeltliche Verpflegung für die dort tätigen Mitarbeiter kein steuerpflichtiger Arbeitslohn. Hier stehe das überwiegend eigenbetriebliche Interesse des Arbeitgebers im Vordergrund. Dies hat das Finanzgericht Hamburg entschieden.

Die Arbeitnehmer der Klägerin arbeiten im Schichtdienst und haben keine Möglichkeit, den Offshore-Windpark im Verlaufe der 14 Tage dauernden und jeweils 12-stündigen Schicht zu verlassen. Während der Schicht sind sie in ca. 5 m² großen Schlafräumen untergebracht; Kühl- und Kochgelegenheiten stehen nicht zur Verfügung. Die benötigten Lebensmittel werden von einem Spezial-Catering-Unternehmen per Versorgungsschiff angeliefert. Der Klägerin entstehen Kosten von ca. 22 € pro Mahlzeit und Person. Vom Finanzamt wurde sie auf Zahlung von Lohnsteuer für die Verpflegung in Anspruch genommen.

Der Grund für die Verpflegung der Offshore-Mitarbeiter liege – so das Finanzgericht – in den außergewöhnlichen Arbeitsumständen sowie der damit verbundenen notwendigen effizienten Gestaltung der Betriebsabläufe. Unter Berücksichtigung der Logistik, der Sicherheit, der beengten Räumlichkeiten, der Hygiene und des Schichtbetriebs könne die Verpflegung der Mitarbeiter wirtschaftlich nicht anders als durch eine zentrale Kantineneinheit erfolgen. Eine unentgeltliche Verpflegung sei branchenüblich und entspreche den internationalen Versorgungsstandards auf Plattformen. Der relativ hohe Betrag von 22 € pro Mahlzeit resultiere aus der aufwendigen Anlieferung und den hohen Personalkosten des Caterers. Im Rahmen der gebotenen Gesamtwürdigung aller Umstände überwiege das eigenbetriebliche Interesse der Klägerin an der unentgeltlichen Mahlzeitengestellung; das Interesse der Arbeitnehmer trete dahinter zurück.

Fundstelle

Finanzgericht Hamburg, Urteil vom 17.9.2015 (2 K 54/15), rechtskräftig