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Steuern & Recht

Betriebsausgabenabzug bei Veranstaltung von Golfturnieren


In zwei Entscheidungen hat der Bundesfinanzhof geklärt, unter welchen Umständen Unternehmer Aufwendungen im Zusammenhang mit der Veranstaltung von Golfturnieren als Betriebsausgaben abziehen können. Im einen Fall waren die Kosten einer Brauerei abziehbar, während im anderen Fall eine Versicherungsagentur ihre Kosten nicht abziehen konnte.

Durch den Betrieb veranlasste Aufwendungen sind grundsätzlich von den Betriebseinnahmen abzuziehen. Eine Ausnahme davon macht das Einkommensteuergesetz aber für solche Kosten, die mit der gesellschaftlichen Stellung des Unternehmers oder seiner Geschäftspartner zusammenhängen (sog. Repräsentationsaufwendungen). Ausdrücklich fallen darunter Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segeljachten oder Motorjachten und für damit zusammenhängende Bewirtungen.

Aufwendungen für Durchführung eines Golfturniers unterliegen dem Abzugsverbot

Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung gehören auch Kosten für die Ausrichtung von Golfturnieren zu den nichtabzugsfähigen Repräsentationsaufwendungen, und zwar selbst dann – wie der BFH im Urteil IV R 24/13 konkret entschieden hat – wenn das Turnier von einer Versicherungsagentur in Verbindung mit einer Wohltätigkeitsveranstaltung durchgeführt wird und die Veranstaltung neben Werbezwecken auch oder sogar überwiegend einem Wohltätigkeitszweck dient. Hätte der Unternehmer unmittelbar für den guten Zweck gespendet, wäre zumindest ein Abzug als Spende steuerlich möglich gewesen.

Aufwendungen für eine Golfturnierreihe als abziehbare Betriebsausgaben

Der Urteilsfall I R 74/13 betraf eine Brauerei, die Golfvereine finanziell bei der Durchführung einer nach der Brauerei benannten Serie von Golfturnieren unterstützt hatte. Die Turniere hatten nach Ansicht des BFH ausschließlich den Zweck, den Warenabsatz zu sichern. Ein Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Stellung von z.B. Geschäftspartnern der Brauerei sei rein zufällig und falle im Hinblick auf die Anzahl der Turniere nicht ins Gewicht. Zwar könnten, so der BFH, durch das Veranstalten eines Golfturniers veranlasste Aufwendungen einen den Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segeljachten oder Motorjachten „ähnlichen Zweck“ erfüllen und dadurch vom Betriebsausgabenabzug ausgeschlossen sein. Dies gelte aber nicht – wie hier – für Aufwendungen im Zusammenhang mit einer Golfturnierreihe (20 Veranstaltungen) mit freier Teilnahmemöglichkeit für jeden Interessenten, zu deren Finanzierung sich der Brauereibetrieb gegenüber seinen Geschäftspartnern (hier: Vereine bzw. Gastronomiebetriebe) im Rahmen von Bierliefervereinbarungen vertraglich verpflichtet hatte.

Fundstellen

BFH-Urteile vom 14. Oktober 2015 (I R 74/13) und vom 16. Dezember 2015 (IV R 24/13), beide veröffentlicht am 24. Februar 2016

Eine englische Zusammenfassung dieser Urteile finden Sie hier (Golf tournament cost allowed for brewery but disallowed for insurance agency).