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Steuern & Recht

Aufwendungen zur Erneuerung der Einbauküche nicht sofort abziehbar


Die Aufwendungen für die komplette Erneuerung einer Einbauküche (Spüle, Herd, Einbaumöbel und Elektrogeräte) in einem vermieteten Immobilienobjekt sind – unter Aufgabe der bisherigen höchstrichterlichen Rechtsprechung – nicht sofort als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar.

Wie der Bundesfinanzhof (BFH) aktuell entschieden hat, müssen sie über einen Zeitraum von zehn Jahren im Wege der Absetzungen für Abnutzung (AfA) abgeschrieben werden.

Im Streitfall hatte der Kläger Einbauküchen in mehreren ihm gehörenden Mietobjekten entfernt und durch neue ersetzt. Er war der Auffassung, dass die hierfür entstandenen Aufwendungen als Erhaltungsaufwand sofort abziehbar seien. Das Finanzamt ließ lediglich die Kosten für den Einbau von Herd und Spüle sowie für solche Elektrogeräte, deren Gesamtkosten die Betragsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (410 EUR) nicht überstiegen, zum sofortigen Abzug zu. Der Kläger meinte, auch die Kosten für die in der Einbauküche verbauten Küchenmöbel seien sofort abzugsfähig. Denn auch deren Kosten lägen, betrachte man die einzelnen Einbauteile, jeweils unter 410 EUR; umso mehr, da es sich bei der Einbauküche auch nicht um ein einheitliches Wirtschaftsgut handele. Das Finanzgericht lehnte die Klage ab, was der BFH jetzt – unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung – bestätigte.

Grundsatz: Sofort abzugsfähiger Erhaltungsaufwand liegt vor, wenn bereits vorhandene Teile eines vermieteten Gebäudes erneuert werden, ohne dass dies zu einer Erweiterung oder über den ursprünglichen Zustand des Gebäudes hinausgehenden wesentlichen Verbesserung führt.

Nach bisheriger höchstrichterlicher Rechtsprechung galt folgendes: Die in einer Einbauküche verbaute Spüle und ggf. ein Herd (soweit er für die Ausstattung einer Wohnung als erforderlich angesehen wurde) wurden als Gebäudebestandteile angesehen und die Aufwendungen für die Erneuerung dieser Gegenstände waren als Erhaltungsaufwand sofort abziehbar. Nunmehr stellt sich die Situation für die höchsten Steuerrichter anders dar. Deren Neubeurteilung beruht maßgeblich auf einem geänderten Verständnis zum Begriff der wesentlichen Bestandteile bei Wohngebäuden. Hierzu gehören die Gegenstände, ohne die das Wohngebäude „unfertig“ ist. Nunmehr sei davon auszugehen, dass Spüle und Kochherd keine unselbständigen Gebäudebestandteile mehr sind. Der BFH begründet dies mit der geänderten Ausstattungspraxis. Danach sind die einzelnen Elemente einer Einbauküche ein eigenständiges und zudem einheitliches Wirtschaftsgut mit einer Nutzungsdauer von zehn Jahren.

Fundstelle

BFH-Urteil vom 3. August 2016 (IX R 14/15), veröffentlicht am 7. Dezember 2016