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Steuern & Recht

Aufwendungen für Feier anlässlich einer Habilitation


Aufwendungen eines angestellten Arztes für eine Habilitationsfeier können dann nicht als Werbungskosten abgezogen werden, wenn sie überwiegend privat veranlasst sind. Der Bundesfinanzhof nimmt zu den Nachweiserfordernissen und zu der damit einhergehenden Beurteilung nach dem „Gesamtbild der Verhältnisse“ Stellung.

Das Finanzgericht hatte zuvor die Klage abgewiesen und war generell von der Prämisse ausgegangen, dass die Habilitation eher ein privates als ein berufliches Ereignis sei. Das war für den Bundesfinanzhof (BFH) jedoch nicht ausreichend. Zumal es – so die Münchner Steuerrichter – auch nicht der Frage nachgegangen ist, ob die Gäste nach abstrakten berufsbezogenen Kriterien eingeladen wurden. Das Finanzgericht muss nun – nach Zurückweisung der Sache durch den BFH – im zweiten Rechtsgang weitere Prüfungen vornehmen.

Die Habilitation ist eine Hochschulprüfung, mit der eine besondere Befähigung für Forschung und Lehre in einem bestimmten berufsbezogenen Bereich – hier: der Medizin – anerkannt wird. Mit der Habilitation werde – so der BFH –  eine besondere wissenschaftliche Befähigung auf einem bestimmten beruflichen Gebiet nachgewiesen, mit der die Befugnis zu lehren einhergeht. Dem Erwerb dieser besonderen Qualifikation könne trotz der Tatsache, dass die Habilitation immer auch ein persönliches Ereignis darstellt, der überwiegend berufsbezogene Charakter nicht abgesprochen werden.

Zu prüfen wird nun sein, ob die Aufwendungen für die Gäste der Habilitationsfeier aus dem beruflichen Umfeld (nahezu) ausschließlich beruflich veranlasst sind. Hierzu muss insbesondere auch eine vom Steuerpflichtigen vorzulegende Gästeliste herangezogen werden. Dabei liegt es am Steuerpflichtigen einerseits zu erläutern, welche beruflichen Bezüge ihn mit den einzelnen Gästen verbinden, und andererseits nachzuweisen, dass er diese Gäste nach abstrakten allgemeinen berufsbezogenen Kriterien eingeladen hat.

Fundstelle

BFH-Urteil vom 18. Januar 2016 (VI R 52/15), als NV-Entscheidung veröffentlicht am 7. Dezember 2016