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Steuern & Recht

Mitunternehmerschaft: Abschreibung anlässlich eines Gesellschafterwechsels


Das Bundesfinanzministerium nimmt zur Absetzung für Abnutzung (AfA) des in der Ergänzungsbilanz eines Mitunternehmers aktivierten Mehrwerts für ein bewegliches Wirtschaftsgut Stellung. Grund der ministeriellen Klarstellung: Ein Urteil des Bundesfinanzhofs aus 2014.

Der Erwerber eines KG-Anteils, der einen über dem Buchwert des übernommenen Kapitalkontos liegenden Kaufpreis zahlt, muss den Mehrpreis als Anschaffungskosten so abschreiben, als hätte er die betreffenden Wirtschaftsgüter als Einzelunternehmer erworben. Grundlage für die Abschreibung ist die Restnutzungsdauer im Zeitpunkt des Anteilserwerbs und nicht die in der Gesamthandsbilanz ursprünglich zugrunde gelegte Restnutzungsdauer. Dies war der Tenor eines Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 20. November 2014 (IV R 1/11). Der BFH folgte im Ergebnis zwar der Auffassung des Finanzamts und wendet für die in der Ergänzungsbilanz erfassten (Mehr-)An-schaffungskosten eigene, von der Gesellschaftsbilanz (Gesamthandsbilanz) unabhängige Abschreibungsregeln an. Aber nach Meinung des Finanzministeriums sind die Ausführungen missverständlich und könnten u. U. so verstanden werden, dass sich diese (eigenen) AfA-Regeln nur auf die in der Ergänzungsbilanz ausgewiesenen Anschaffungskosten, also nur auf den Mehrwert (d. h. die aufgedeckten stillen Reserven) beziehen, so dass die in der Gesellschaftsbilanz sich auswirkenden AfA-Beträge unberührt bleiben. Insofern fühlt sich die Finanzverwaltung nun in einem eigens herausgegebenen BMF-Schreiben zur Klarstellung berufen.

AfA bei Gesellschafterwechsel

Bei einem Erwerb und gleichzeitiger Aufstellung einer positiven Ergänzungsbilanz sind für Zwecke der AfA die auf das jeweils (anteilig) erworbene Wirtschaftsgut entfallenden (gesamten) Anschaffungskosten maßgebend. Die eigene AfA des Erwerbers beziehe sich, so das BMF, nicht nur isoliert auf die in der Ergänzungsbilanz ausgewiesenen Anschaffungskosten, sondern erfasse auch in der Gesellschaftsbilanz angesetzte Anschaffungskosten/Herstellungskosten. Hinsichtlich der Höhe der AfA müssen die im Zeitpunkt des Erwerbs für den abschreibungsberechtigten Gesellschafter anwendbaren Abschreibungswahlrechte sowie AfA-Sätze beachtet werden.

AfA bei Einbringungsvorgängen nach § 24 UmwStG

Hinsichtlich der Abschreibung von Mehr- oder Minderwerten in einer Ergänzungsbilanz ergeben sich hier grundsätzlich – Ausnahme: Ansatz des eingebrachten Betriebsvermögens mit dem gemeinen Wert – keine Änderungen durch besagtes BFH Urteil IV R 1/11. Es bleibt bei der in der Ergänzungsbilanz – parallel zur Abschreibung in der Gesamthandsbilanz – vorzunehmenden gesellschafterbezogenen Korrektur der dem einbringenden Gesellschafter gegenüber der Gesamthandsbilanz zuzuordnenden (zu niedrigen oder zu hohen) Abschreibung.

Fundstelle

BMF-Schreiben vom 19. Dezember 2016 (IV C 6 – S 2241/15/10005)