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Steuern & Recht

Vermietung eines häuslichen Arbeitszimmers führt zu gewerblichen Einkünften


Der Bundesfinanzhof hat zur Frage der Vermietung eines Arbeitszimmers eines Gewerbetreibenden an dessen Auftraggeber Stellung bezogen. Die Steuerpflichtige war dort ausschließlich für den Auftraggeber tätig und muss die Mieteinnahmen als gewerbliche Einkünfte, und nicht als solche aus Vermietung und Verpachtung, versteuern. Darüber hinaus sind die Aufwendungen für diesen Raum nach Meinung der obersten Steuerrichter auch keine Betriebsausgaben.

Die Klägerin war in einem Klinikum als Sekretärin angestellt und erzielte daneben Einkünfte aus Gewerbebetrieb, indem sie für den Chefarzt die im Rahmen von dessen Nebentätigkeit erstellten Gutachten schrieb, die Abrechnung der Nebentätigkeit wahrnahm und den Zahlungseingang kontrollierte. Diese Arbeiten erledigte sie in dem von ihr mit dem Ehemann gemeinsam bewohnten Einfamilienhaus. Der Bundesfinanzhof (BFH) sah die Vermietung des Raumes als untrennbar mit der gewerblichen Tätigkeit der Klägerin verbunden. Einkünfte aus der Vermietung eines häuslichen Arbeitszimmers an den Auftraggeber eines Gewerbetreibenden sind Einkünfte aus Gewerbebetrieb, wenn – wie hier – die Vermietung ohne den Gewerbebetrieb nicht denkbar wäre.

  • Ohne die Tätigkeit der Klägerin für deren Chefarzt wäre der Mietvertrag offensichtlich nicht abgeschlossen worden. Letzterer sollte den Raum zwar formell entgeltlich mieten, ihn selbst aber – insoweit mietvertragsuntypisch – nicht nutzen.
  • Im Ergebnis habe der Chefarzt der Klägerin durch den Mietzins de facto einen Aufschlag für ihre Arbeit gezahlt.

Aufwendungen für den gewerblich genutzten Raum keine Betriebsausgaben…

…und zwar weder ganz noch teilweise, so der BFH in Anlehnung an den Beschluss vom 27. Juli 2015 (GrS 1/14) zur „Arbeitsecke“. Dort habe der BFH verdeutlicht, dass die Abgrenzung des Arbeitszimmers vom Wohnbereich nicht lediglich angedeuteter oder symbolischer Natur sein darf, sondern sich in festen baulichen Elementen manifestieren muss, um die fehlende private Mitnutzung zu dokumentieren. Im aktuellen Fall war die Trennung der privaten und der gewerblichen Nutzung durch eine Glasverkleidung zum Flur nicht zuverlässig gewährleistet.

Fundstelle

BFH-Urteil vom 13. Dezember 2016 (X R 18/12), veröffentlicht am 29. März 2017