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Steuern & Recht

Häusliches Arbeitszimmer: Finanzverwaltung aktualisiert Anwendungsschreiben


Das Bundesfinanzministerium hat ein aktualisiertes Anwendungsschreiben zur Behandlung von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer veröffentlicht. Das Schreiben berücksichtigt dabei auch die neuere höchstrichterliche Rechtsprechung zu bestimmten Zweifelsfragen.

Bildet das häusliche Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung und steht für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, sind die Aufwendungen bis zur Höhe von 1.250 Euro je Wirtschaftsjahr oder Kalenderjahr als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar. Der Höchstbetrag ist kein Pauschbetrag, sondern ein personenbezogener Höchstbetrag, der nicht mehrfach für verschiedene Tätigkeiten in Anspruch genommen werden kann, sondern gegebenenfalls auf die unterschiedlichen Tätigkeiten aufzuteilen ist.

Die Verwaltung nimmt auch zur Abgrenzung häusliches Arbeitszimmer und betrieblich genutzte Räume beispielhaft Stellung. Ebenfalls angesprochen werden Art und Umfang der betroffenen Aufwendungen (zum Beispiel Tapeten, Teppiche, Fenstervorhänge, Gardinen und Lampen und anteilige Aufwendungen wie Miete, AfA, Schuldzinsen etc.), sowie die Frage der anteiligen Aufteilung solcher Aufwendungen.

Der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung ist nach einer Gesamtbetrachtung zu bestimmen und richtet sich nach dem inhaltlichen Schwerpunkt der Tätigkeit. Übt ein Steuerpflichtiger mehrere betriebliche oder berufliche Tätigkeiten nebeneinander aus, ist für jede Tätigkeit zu prüfen, ob ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Dabei kommt es nicht darauf an, ob ein für eine Tätigkeit zur Verfügung stehender Arbeitsplatz auch für eine andere Tätigkeit genutzt werden kann. Die Aufwendungen für das Arbeitszimmer sind entsprechend dem Nutzungsumfang den darin ausgeübten Tätigkeiten zuzuordnen. Liegt dabei der Mittelpunkt einzelner Tätigkeiten außerhalb des häuslichen Arbeitszimmers, ist der Abzug der anteiligen Aufwendungen auch für diese Tätigkeiten möglich.

Die Abzugsbeschränkung ist personenbezogen anzuwenden. Daher kann jeder Nutzende die Aufwendungen, die er getragen hat, entweder unbegrenzt, bis zum Höchstbetrag von 1.250 Euro oder gar nicht abziehen. Nutzen mehrere Personen, wie z. B. Ehegatten, ein Arbeitszimmer gemeinsam, sind die Voraussetzungen bezogen auf die einzelne steuerpflichtige Person zu prüfen. Der Höchstbetrag von 1.250 Euro ist auch bei nicht ganzjähriger Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers in voller Höhe, also nicht zeitanteilig, zum Abzug zuzulassen.

Das ausführliche Schreiben können Sie auf der Internetseite des BMF herunterladen.

Fundstelle

BMF-Schreiben vom 6. Oktober 2017 (veröffentlicht am 10. Oktober 2017); es ersetzt damit das Vorgängerschreiben vom 2. März 2013