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Steuern & Recht

Aufwendungen für Sponsoring im Rennsport keine Betriebsausgaben


Das Finanzgericht Rheinland Pfalz hat sich zum Fehlen einer beruflich veranlassten Motivation und zum Vorliegen persönlicher Beweggründe bei Aufwendungen von Ärzten für das Rennsport-Sponsoring geäußert. Der Fall liegt nun beim Bundesfinanzhof zur abschließenden Entscheidung.

Zwei in einer als GbR geführten Gemeinschaftspraxis tätige Ärzte machten Sponsoring-Aufwendungen aufgrund von Sponsoring-Verträgen mit zwei Rennfahrern geltend. Die Rennfahrer verpflichteten sich, einen Hinweis auf den Internetauftritt der Gesellschafter in einem Logo auf ihrer Rennkleidung zu tragen und stellten der GbR Autogrammkarten und Poster zur Verfügung. Nach dem Internetauftritt der Gesellschafter betreuen diese seit mehreren Jahren internationale Sport-Großveranstaltungen u. a. im Motorsport und unterstützen namhafte nationale und internationale Profi-Piloten und Teams. Den betrieblichen Zusammenhang der diesbezüglichen Aufwendungen mit der Gemeinschaftspraxis sah das Finanzamt durch die Rennsportbegeisterung der Ärzte überlagert und die Auswirkung auf die Einnahmen der Praxis als derart gering an, dass es den Betriebsausgabenabzug versagte. Das Finanzgericht schloss sich dem an.

Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung (u. a. Urteile I R 74/13 und IV R 24/13) ist bereits ausreichend geklärt, unter welchen Voraussetzungen Aufwendungen für sog. Sponsoring zu Betriebsausgaben führen. Entscheidend ist die Motivation des Ausgebenden, d. h. die Motive, wie sie durch die äußeren Umstände erkennbar sind. Das Finanzgericht konnte im aktuellen Streitfall keine beruflich veranlasste Motivation für die Sponsoring-Aufwendungen erkennen. Eine Werbewirksamkeit der Sponsoring-Aufwendungen für die Gemeinschaftspraxis war nicht gegeben und eine private Motivation anhand objektiver Anhaltspunkte offensichtlich. Jedenfalls aber, so das Finanzgericht, würde ein Betriebsausgabenabzug an § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 Einkommensteuergesetz (EStG) scheitern, da die Aufwendungen in einem krassen Missverhältnis zu dem erstrebten wirtschaftlichen Vorteil stünden.

Nach der Rechtsprechung des BFH ist die aktive oder passive Teilnahme an Rennsportveranstaltungen ohne einen betrieblichen Bezug der Freizeitgestaltung zuzurechnen und das Abzugsverbot des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG greift immer dann ein, wenn ein in der Vorschrift genanntes Wirtschaftsgut in einer Weise eingesetzt wird, die bei typisierender Betrachtung dazu geeignet ist, privaten Neigungen nachzugehen.

Fundstelle

Finanzgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 19. Mai 2017 (4 K 1218/14); die Revision ist beim BFH unter dem Az. III R 23/17 anhängig.