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Steuern & Recht

Kein Verlustausgleich bei echten (ungedeckten) Daytrading-Geschäften


Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofes mindern Verluste aus sogenannten echten (ungedeckten) Daytrading-Geschäften mit Devisen nicht die körperschaftsteuerliche Bemessungsgrundlage.

Nach § 15 Abs. 4 Satz 3 Einkommensteuergesetz (EStG) sind Verluste aus Termingeschäften vom Verlustausgleich ausgeschlossen, durch die der Steuerpflichtige einen Differenzausgleich oder einen durch den Wert einer veränderlichen Bezugsgröße bestimmten Geldbetrag oder Vorteil erlangt. Ein Termingeschäft liegt vor, wenn ein Vertrag z.B. über Devisen geschlossen wird, der von beiden Seiten erst zu einem bestimmten späteren Zeitpunkt zu erfüllen ist und der eine Beziehung zu einem Terminmarkt hat, der es ermöglicht, jederzeit ein Gegengeschäft abzuschließen.

Im Streitfall bejahte der BFH das Vorliegen eines derartigen Termingeschäfts und die Anwendbarkeit der Verlustausgleichsbeschränkung des § 15 Abs. 4 Satz 3 EStG: Die Geschäfte wurden bei einer Spezial-Bank mit sogenannter Stop-Loss-Order sowie mit Take-Profit-Order abgeschlossen und entsprechend der vertraglichen Vereinbarung (zwingend) am selben Tag durch deckungsgleiche Gegengeschäfte „glattgestellt“. Die Devisenkäufe und -verkäufe wurden dabei nicht effektiv durch den Austausch von Devisen und Kaufpreis durchgeführt; dies war weder der Klägerin mit eigenen Mitteln möglich noch Gegenstand der Geschäftsvereinbarungen mit der Bank (die die Lieferung der Devisen ausgeschlossen haben). Die Geschäfte waren nur auf dem jeweiligen Kundenkonto bei der Bank verbucht und am Ende des Geschäftstages mit einem Differenzbetrag zugunsten oder zulasten des Kontos abgeschlossen worden. Diese sogenannten echten (ungedeckten) Daytrading-Geschäfte ermöglichen somit keinen Verlustausgleich.

Fundstelle

BFH-Urteil vom 21. Februar 2018 (I R 60/16) sowie BFH-Pressemitteilung, beide veröffentlicht am 27. Juni 2018