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Steuern & Recht

Steuerliche Anerkennung von Verlusten aus Knock-Out-Zertifikaten


Hat ein Steuerpflichtiger in Knock-Out-Zertifikate investiert, die durch Erreichen der Knock-Out-Schwelle verfallen, kann er den daraus resultierenden Verlust nach der seit 1.Januar 2009 unverĂ€ndert geltenden Rechtslage im Rahmen seiner EinkĂŒnfte aus Kapitalvermögen abziehen. Mit seinem Urteil wendet sich der Bundesfinanzhof gegen die Auffassung der Finanzverwaltung.

Im Streitfall hatte der KlĂ€ger im Streitjahr 2011 verschiedene Knock-Out-Zertifikate erworben, die je nach Kursverlauf der Basiswerte auf Zahlung eines Differenzausgleichs (und nicht auf die tatsĂ€chliche Lieferung der Basiswerte) gerichtet waren. Noch wĂ€hrend des Streitjahrs wurde die Knock-Out-Schwelle erreicht. Dies fĂŒhrte zur Ausbuchung der Kapitalanlagen ohne jeglichen Differenzausgleich bzw. Restwert. Das Finanzamt erkannte die daraus resultierenden Verluste nicht an. Die dagegen gerichtete Klage vor dem Finanzgericht hatte Erfolg. Der BFH bestĂ€tigte nun die finanzgerichtliche Entscheidung.

UnabhĂ€ngig davon, ob im Streitfall die Voraussetzungen eines TermingeschĂ€fts vorgelegen hĂ€tten, so der BFH, seien die in Höhe der Anschaffungskosten angefallenen Verluste steuerlich zu berĂŒcksichtigen. Liegt ein TermingeschĂ€ft vor, folgt dies aus dem neuen § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a Einkommensteuergesetz (EStG), der jeden Ausgang eines TermingeschĂ€fts erfasst. Die gegenteilige Auffassung zur alten Rechtslage sei ĂŒberholt. Liegt kein TermingeschĂ€ft vor, sehen die obersten Steuerrichter einen Fall der „Einlösung“ i.S. des § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 i. V. m. Abs. 2 Satz 2 EStG als gegeben. Diese Auslegung sei aus verfassungsrechtlichen GrĂŒnden geboten, um die Steuerlast am Prinzip der finanziellen LeistungsfĂ€higkeit und dem Gebot der Folgerichtigkeit auszurichten.

Das Urteil ist eine Fortsetzung der Rechtsprechung des BFH, dass seit EinfĂŒhrung der Abgeltungssteuer grundsĂ€tzlich sĂ€mtliche WertverĂ€nderungen im Zusammenhang mit Kapitalanlagen zu erfassen sind und dies gleichermaßen fĂŒr Gewinne und Verluste gilt (Urteil vom 24. Oktober 2017 – VIII R 13/15, zum insolvenzbedingten Ausfall einer privaten Darlehensforderung).

Fundstelle

BFH-Urteil vom 20. November 2018 (VIII R 37/15), veröffentlicht am 13. MÀrz 2019; Pressemitteilung vom 13. MÀrz 2019.