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Steuern & Recht

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Lohnsteuerliche Behandlung der vom Arbeitnehmer selbst getragenen Aufwendungen bei Kfz-√úberlassung


Das Bundesfinanzministerium hat zur lohnsteuerlichen Behandlung der vom Arbeitnehmer selbst getragenen Aufwendungen f√ľr ein betriebliches Kfz Stellung genommen: W√§hrend pauschale oder nach gefahrenen Kilometern bemessene Entgeltzahlungen den steuerlichen Nutzungswert mindern, gilt dies f√ľr die √úbernahme einzelner, spezifischer Kfz-Kosten durch den Arbeitnehmer nicht. Weiterlesen

Einheitliche Schätzungsmethode bei der Ermittlung des Anteils der privaten PKW-Nutzung


Der Bundesfinanzhof (BFH) entschied, dass die Umsatzbesteuerung der privaten Nutzung eines dem Unternehmen zugeordneten PKW entweder pauschal in Anlehnung an die ertragsteuerliche Ein-Prozent-Regelung oder aber nach den tats√§chlichen Kosten durchzuf√ľhren ist. Eine Kombination der verschiedenen Methoden ist nicht m√∂glich.

 

Ermittlung der unentgeltlichen Wertabgabe durch Schätzung muss einheitlich erfolgen

Bei der Ermittlung der umsatzsteuerlichen Bemessungsgrundlage f√ľr die private Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs kann nach einer von der Finanzverwaltung im BMF-Schreiben vom 27. August 2004 getroffenen Vereinfachungsregelung von der sogenannten Ein-Prozent-Regelung Gebrauch gemacht werden. Dabei ist f√ľr die nicht mit Vorsteuern belasteten Kosten ein pauschaler Abschlag von 20 Prozent vorzunehmen. Diese Vereinfachungsregelung kann nur insgesamt oder gar nicht in Anspruch genommen werden; der Unternehmer darf nicht die Ein-Prozent-Regelung heranziehen und sodann den Abschlag f√ľr die nicht mit Vorsteuern belasteten Kosten anhand der tats√§chlichen Kosten ermitteln. In dem vom BFH jetzt entschiedenen Fall war ein Steuerpflichtiger bei der Berechnung des ertragsteuerlichen Werts der Nutzungsentnahme von der Ein-Prozent-Regelung ausgegangen, hatte aber den prozentualen Abschlag f√ľr die nicht mit Vorsteuer belasteten Aufwendungen anhand der tats√§chlichen Kosten ermittelt. Er war der Auffassung, die pauschale K√ľrzung von 20 Prozent sei optional und nicht verpflichtend ("kann-Vorschrift"). Der BFH betonte hingegen, dass es sich bei der getroffenen Regelung um ein einheitliches und nicht trennbares "Vereinfachungsangebot der Verwaltung zur √úbernahme des Ein-Prozent Wertes abz√ľglich 20 Prozent" handelt. Will der Unternehmer geltend machen, dass bei ihm besondere Verh√§ltnisse gegeben sind, die durch diese Sch√§tzung nicht zutreffend erfasst werden, bleibt es ihm unbenommen, bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage f√ľr die Besteuerung der nichtunternehmerischen Nutzung seines Fahrzeugs eine der beiden anderen im BMF-Schreiben aufgef√ľhrten Methoden zu w√§hlen (Fahrtenbuchregelung oder sachgerechte Sch√§tzung). (MH)

 

Fundstelle

 BFH-Urteil vom 19. Mai 2010 (XI R 32/08), ver√∂ffentlicht am 22. September 2010