PwC-Studie zeigt: Das Reporting über den Umgang mit Klimarisiken und -chancen steckt noch in den Kinderschuhen

Wie unsere Analyse der Klimaberichterstattung von 130 börsennotierten Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt, ist es zwar positiv, dass mittlerweile mehr als 95 Prozent der untersuchten Unternehmen über Klimathemen berichten. Allerdings lassen, angesichts der gewaltigen Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, die Tiefe und Qualität der Klimaberichterstattung zu wünschen übrig.

Bereits seit mehr als fünf Jahren führen wir regelmäßig Analysen der Qualität der Berichterstattung börsennotierter Unternehmen durch. Dabei fokussiert sich die Analyse in unterschiedlichen Ausprägungen auf die Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit der Berichterstattung. Im Rahmen unserer aktuell vorliegenden Studie wurde die Klimaberichterstattung von 130 börsennotierten Unternehmen untersucht und bewertet. Im Mittelpunkt der Analyse standen insbesondere die Integration von Klimathemen in die gesamte Kommunikation des Unternehmens und die Konsistenz der Klimaberichterstattung über verschiedene Elemente der Berichterstattung hinweg. 

Hier ein Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse.

1. Klimaszenarioanalysen selten genutzt

Mehr als zwei Drittel der Unternehmen berichten über klimabezogene Risiken. Die Chancen, die sich aus Klimaveränderungen ergeben können, werden aber bisher nur von etwa der Hälfte der untersuchten Unternehmen betrachtet. Und nur weniger als jedes fünfte Unternehmen (18 Prozent) nutzt im Reporting Klimaszenarioanalysen, um zu zeigen, wie klimabedingte Risiken und Chancen identifiziert und gesteuert werden.

 

2. Klarheit über das Erreichen der kommunizierten Ziele und über die Kennzahlen für das Messen des Fortschritts fehlt meist noch

Und auch bei der konkreten Umsetzung der gesteckten Klimaziele besteht noch Luft nach oben: Nur knapp 40 Prozent der analysierten Unternehmen verknüpfen ihre Klimaziele mit einer spezifischen Roadmap, die konkrete Meilensteine, Zwischenziele und Maßnahmen aufzeigt.

Dazu kommt: Nur weniger als jedes dritte Unternehmen setzt verwendete klimabezogene Kennzahlen zu etablierten Finanzkennzahlen oder operativen Steuerungsgrößen ins Verhältnis – analysiert die Emissionen also beispielsweise im Verhältnis zum Umsatz. Wenn diese Informationen jedoch nicht transparent dargestellt werden, ist es für die Stakeholder schwierig, die Bedeutung der jeweiligen Kennzahl für das Unternehmen zu verstehen, zu vergleichen und kritisch zu würdigen.

 

3. Klimagovernance verbesserungswürdig

Die untersuchte Berichterstattung der Klimagovernance lässt vermuten, dass bei einigen Unternehmen Steuerungsfunktionen nicht klar definiert sind. Zumindest aber fehlt häufig die Transparenz über die Verankerung im Management. Das erschwert es Investoren und anderen Stakeholdern einzuschätzen, ob sich die Geschäftsleitung angemessen mit den Folgen des Klimawandels befasst und ob das Unternehmen anpassungsfähig genug aufgestellt ist, um den erwarteten Herausforderungen Herr zu werden.

 

4. Textanalyse bestätigt inhaltliche Untersuchung

Ergänzt wurde die inhaltliche Analyse durch eine KI-gestützte Textanalyse der Universität Hamburg. Durch diese konnten die Wissenschaftler fundiert aufzeigen, wie intensiv Unternehmen die relevanten Klimabegriffe in die Berichterstattung integrieren. Sowohl bei der Integration als auch beim Umfang klimabezogener Informationen gab es in der Berichterstattung deutliche Unterschiede – und das über alle Indizes hinweg. Interessant ist, dass Unternehmen es auch schaffen können, über mehrere Berichtsformate hinweg “integriert” und konsistent zu berichten, solange der rote Faden erkennbar ist.

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