Auswirkungen des Klimawandels auf Profitabilität von Unternehmen bereits in den nächsten 5 Jahren erwartet

Szenarioanalysen als wichtiges Instrument zur Beurteilung der Chancen und Risiken 

Was sind die konkreten Folgen der globalen Erwärmung für mein Unternehmen und den Wettbewerb? Wie lässt sich das genaue Ausmaß der negativen und positiven Auswirkungen auf Geschäftsmodell und Profitabilität von einzelnen Unternehmen und Portfolios von Investoren beziffern? Und welche Faktoren entscheiden darüber, wer zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern des Klimawandels gehört? 

Wie können die Empfehlungen der TCFD, beispielsweise der Aufsichtsbehörden, und der NBGL im Reporting effizient umgesetzt werden?

Für Unternehmen ist es jetzt unumgänglich, sich intensiv mit der globalen Erwärmung und deren Folgen zu befassen. Das unterstreichen die Stellungnahmen zur Integration von Klimarisiken, die verschiedene Regulatoren, Aufsichtsbehörden oder Organisationen veröffentlicht haben. Sie alle sind sich einig: Der Klimawandel und die Erwärmung unseres Planeten ist ein potenzielles Risiko, speziell auch für die Finanzmarktstabilität. Sie gehen davon aus, dass der Klimawandel bis Ende des Jahrhunderts Anlagevermögen im Wert von bis zu 43 Billionen US-Dollar in Gefahr bringen könnte.

Finanzielle Risiken und wie man sie ermittelt

Finanzielle Risiken ergeben sich nicht nur aus physischen Risiken – d.h. Auswirkungen der Erderwärmung auf das Ökosystem und den Planeten, wie z.B. extreme Wettererscheinungen -,  sondern auch aus Übergangsrisiken – also Risiken, die durch Regulierung, technologische Innovationen und sich verändernde Marktdynamiken und Konsum-Gewohnheiten der Menschen entstehen. 

Um die Folgen steigender Temperaturen für das Geschäftsmodell transparent zu machen, sollte man auf Klimaszenarioanalysen setzen so die Task Force on Climate Related Financial Disclosures (TCFD). So gibt PwC mit dem Climate Excellence Tool dem Management ein Medium an die Hand, mit dem sich die finanziellen Auswirkungen von unterschiedlichen Szenarien für das Klima berechnen lassen. Als Grundlage dient eine Bottom-up-Analyse von Anlagen und Produkten. Dabei werden Informationen wie sich verändernde Marktdynamiken, Preise und Technologien berücksichtigt. Die Analyse geht dabei über singuläre Effekte wie den CO2-Preis hinaus und betrachtet die komplette Transformation der Wirtschaft. Man erhält somit eine unternehmensspezifische Analyse, die innerhalb von Sektoren auch die Gewinner und Verlierer identifizieren kann. 

Anpassungsfähigkeit entscheidet über Gewinner und Verlierer

Weil die Energie- und Stromversorgung eine ganz wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung und dem Klimaschutz spielt, hat PwC die 20 größten Energieversorger in Europa analysiert. So hat PwC zwei Szenarien für die Zukunft verglichen: Die Erwärmung von 2,7 Grad, die das aktuelle Ambitionsniveau der globalen Klimapolitik fortschreibt, und das 1,8-Grad-Szenario, das auf dem Pariser Klimaabkommen basiert. Beide basieren auf den Energy Technology Perspectives (ETP) Szenarien der International Energy Agency (IEA) . In beiden Szenarien hat PwC  berechnet, dass Energieversorger ohne Adaptionsstrategien bis 2025 EBITDA-Einbußen zwischen 10 und 15 Prozent erleiden könnten. 

Wenn aber Berechnungen angestellt werden, die auf einer Anpassungsfähigkeit der Unternehmen basieren, so wäre ein Wachstum von 0,5 Prozent bis 2025 und 12 Prozent bis 2050 möglich – vorausgesetzt die Verdoppelung der Wirtschaft bis 2050 trifft ein, wie aktuell angenommen. 

Ob nun aber angepasst oder nicht: Verschiedene Sektoren können ganz unterschiedlich stark betroffen sein und auch innerhalb einer Branche gibt es Gewinner und Verlierer. 

CO2-Bilanz und Fußabdruck sind nicht die wichtigsten Indikatoren

Häufig wird in Bezug auf die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen angenommen, dass die reine Menge der Emissionen, also die CO2-Bilanz, der wichtigste Indikator für Klimaresilienz ist. PwC Studien mit Hilfe des Climate Excellence Tools haben jedoch ergeben, dass Unternehmen mit geringem CO2-Fußabdruck nicht zwangsläufig zu den Unternehmen mit der höchsten Klimaresilienz zählen und somit eine geringere Gewinnentwicklung aufweisen als diejenigen mit hoher Klimaresilienz – und das sowohl in einem 1,8-Grad-Szenario als auch in einem 2,7-Grad-Szenario.

Grund dafür ist, dass die klimaresilienten Unternehmen ein weitaus diversifizierteres Technologieportfolio aufweisen, das heißt zusätzlich Gas- und Kohlekraftwerke besitzen, und auch global diversifiziert aufgestellt sind. Die reine Betrachtung der CO2-Emissionen ist also kein verlässliches Risikomaß, um die Profitabilität von Unternehmen in verschiedenen Klimaszenarien abzuschätzen. 

Fazit

Die notwendigen Maßnahmen, um den Klimawandel zu begrenzen, können bereits in den nächsten fünf Jahren signifikante Auswirkungen auf die Profitabilität von Unternehmen haben. Dabei sind die Auswirkungen sehr unternehmensspezifisch und können selbst innerhalb der gleichen Branche unterschiedliche Ausmaße annehmen. Für Unternehmer ist es daher wichtig, sich den Auswirkungen der globalen Erwärmung schon heute bewusst zu werden, sich strategisch anzupassen und die darauf basierenden Entscheidungen in der Berichterstattung und Kommunikation mit dem Kapitalmarkt transparent darzustellen. Climate Excellence kann all diese Anforderungen problemlos darstellen und noch vieles mehr. 

Weiterführender Link: Das vollständige Interview wird demnächst unter Insights & Studien auf unserer Nachhaltigkeitsseite veröffentlicht.