Wasserstoff als Energieträger der Zukunft

Wie grüner Wasserstoff im Kreis Unna zum Klimaschutz beitragen kann

Ist es sinnvoll, dass der nordrhein-westfälische Landkreis Unna künftig selbst grünen Wasserstoff erzeugt und damit den öffentlichen Nahverkehr, Entsorgungsfahrzeuge und die regionale Industrie mit umweltfreundlicher Energie versorgt? Das haben wir gemeinsam mit der Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna (GWA Unna) in einer Machbarkeitsstudie untersucht. Ergebnis unserer Analyse: Ja – und zwar nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch aus ökonomischen Überlegungen.

Grüner Wasserstoff gilt als klimafreundliche Energiequelle, die bei der Energiewende eine zentrale Rolle spielt. Doch lohnt es sich auch aus ökonomischer Sicht für einen Landkreis, selbst H2 in industriellem Maßstab zu erzeugen? Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie von unserem H2-Experten Prof. Dr. Jürgen Peterseim, der diese Frage für den Landkreis Unna betrachtet, ist ermutigend: Wasserstoff könnte demnach in Unna zum Energieträger der Zukunft werden – und dem Landkreis eine ganze Reihe von Vorteilen bringen.

Die zwei wichtigsten Vorteile:

  • Die Betriebskosten würden mit eigener Wasserstoffproduktion würden gegenüber den fossilen Alternativen stabil bleiben und mittelfristig deutlich günstiger als diese sein.  
  • Der bisher dieselbetriebene öffentliche Nahverkehr und die Entsorgungsfahrzeuge könnten mittels Wasserstoff praktisch emissionsfrei werden.

Kosten minimieren über Regulatorik und H2-Verkauf 

Die Sorge, dass die Produktion von Wasserstoff mittels Elektrolyse unverhältnismäßig teuer ist, konnten wir mit unserer Analyse entkräften. Denn die Wasserstoffpreise lassen sich über Regulatorik, Förderung und den Verkauf von Nebenprodukten wie Sauerstoff und Wärme drastisch reduzieren. 

Möglich wird dies zum einen durch Entlastungen beim Strombezug: Dabei spielt die EEG-Umlage eine wichtige Rolle. Die am 1. Januar 2021 in Kraft getretenen Regelungen senken die Kosten für den Netzstrom signifikant – voraussichtlich um rund 7 Cent pro Kilowattstunde.

Einen wichtigen Beitrag leistet zudem die parallele Vermarktung der bei der Wasserstoffherstellung entstehenden Nebenprodukte, also Sauerstoff und Wärme. Diese sowie überschüssiger Wasserstoff könnte an regionale Industriekunden verkauft werden und somit ebenfalls zur Finanzierung beitragen. 

Der Preis für Diesel steigt, der für Wasserstoff nicht

Dazu kommt: Bis zum Jahr 2030 kann der Preis für Diesel im Vergleich zu heute um bis zu 40 Prozent steigen. Ein Grund dafür ist die steigende CO2-Bepreisung. Der Wasserstoffpreis der für Unna geplanten 6.000 kW-Anlage würde dagegen konstant bleiben – und damit den Weg für einen grünen ÖPNV und industriellen Energieträger in der Region Unna ebnen.

Fazit: Wasserstoff als Energieträger der Zukunft

Bei Wasserstoffprojekten kommt es also immer darauf an, das Gesamtkonzept zu betrachten. Es gilt, alle verwertbaren Produkte zu kommerzialisieren und das Zusammenspiel der regulatorischen Stellschrauben präzise abzuwägen. 

Für Unna bedeutet das konkret: Wasserstoff hat das Potenzial, der Energieträger der Zukunft zu werden. Mit einer eigenen Wasserstoffproduktion wäre der Kreis in der Lage, den öffentlichen Nahverkehr, die Entsorgungslogistik und lokale Industrien langfristig emissionsfrei und gleichzeitig kostendeckend zu betreiben.

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