Corporate Digital Responsibility als Erfolgsfaktor für die digitale Transformation

Bei der Diskussion über die Vor- und Nachteile der digitalen Transformation stehen häufig technologische und wirtschaftliche Themen im Fokus. Die gesellschaftlichen und sozialen Dimensionen kommen dagegen meist zu kurz. 

Corporate Digital Responsibility bezieht diese Aspekte mit ein und plädiert für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Digitalisierung. Mittlerweile hat sich in den Unternehmen die Erkenntnis durchgesetzt, dass CDR ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Digitalisierung ist. Dabei kommt es insbesondere auf fünf Aspekte an.

Die Personalabteilung führt innovative Technologien auf der Basis von Künstlicher Intelligenz ein, die bei der Rekrutierung von Bewerber:innen unterstützen sollen. Doch wie kann das Unternehmen sicherstellen, dass bei der Auswahl auch ethische Fragestellungen berücksichtigt werden? Ein klassischer Fall für Corporate Digital Responsibility!

Vor einigen Jahren war der Begriff nur wenigen bekannt. Mittlerweile hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass CDR ein wichtiger Baustein der Digitalisierung ist. Die meisten Unternehmen haben ein Verständnis für das Thema etabliert; erste Firmen treten mit ihren CDR-Ansätzen nach außen auf.  


Aktuell stehen bei der Corporate Digital Responsibility aus meiner Sicht fünf Aspekte im Vordergrund: 

  • Das Thema international denken 

Unternehmen agieren und denken weltweit. Entsprechend muss auch die digitale Ethik aus einer globalen Perspektive betrachtet werden. Nur so ist eine Weiterentwicklung möglich. Dabei kommt es darauf an, dass die verschiedenen CDR-Ansätze und -Standards vergleichbar sind. Um das zu erreichen, müssen wir bei diesem Thema weltweit zusammenarbeiten.

Und das lohnt sich – denn wir können viel von anderen Ländern lernen. In zahlreichen europäischen Staaten gibt es bereits Initiativen, die Standards und Anforderungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Digitalisierung definieren. Gute Beispiele sind das Digital Trust Label der Schweiz und das Siegel für digitale Verantwortung in Dänemark.

  • Alle relevanten Akteure ins Boot holen 

Ob die Aktivitäten rund um Corporate Digital Responsibility in einem Unternehmen erfolgreich sind, hängt stark von der Unternehmenskultur ab. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Die ersten unternehmerischen Initiativen rund um die digitale Ethik setzen sich meist von unten nach oben durch, sprich: bottom-up.

Ohne das Top-Management geht es allerdings nicht. CDR ist ein Querschnittsthema mit vielen Facetten, das auch einen großen Teil der Mitarbeitenden betrifft. Deshalb ist es wichtig, dass alle relevanten Akteure mit am Tisch sitzen.

  • Die Stakeholder mitnehmen

Allerdings müssen nicht nur die Mitarbeiter:innen mitgenommen werden, sondern auch die unterschiedlichen Anspruchsgruppen. Das haben viele Unternehmen noch zu wenig im Blick. Hier kommt es jetzt darauf an, die Zusammenhänge und Erwartungen der Betroffenen noch besser zu verstehen.

  • Bildungsangebote werden immer wichtiger

Der Bedarf und die Nachfrage nach Weiterbildungsangeboten rund um den verantwortungsvollen Umgang mit der Digitalisierung steigen. In den vergangenen Monaten haben viele Bildungsanbieter entsprechende Angebote entwickelt und an den Start gebracht. Auf Seiten der Unternehmen lässt sich beobachten, dass sie in diesem Bereich auf ein Upskilling der Belegschaft setzen. Und immer mehr Mitarbeiter:innen sind bereit, sich berufsbegleitend zu diesen Themen weiterzubilden. Ein positiver Trend, den wir durch unsere Zusammenarbeit mit der Digital Business University bedienen. Ab Oktober 2021 startet der gemeinsam entwickelte Master Studiengang “Digital Responsible Leadership”. 

  • Auf Standards und Vergleichbarkeit setzen

Damit ein verantwortungsvoller Umgang mit der Digitalisierung gelingen kann, müssen wir zwingend verbindliche Standards definieren. Aus  meiner Sicht ist es langfristig keine Lösung, bei CDR auf eine vollständige Freiwilligkeit zu setzen. Hier gibt es bereits erste Ansätze wie beispielsweise die BVDW CDR-Building Bloxx und den IEEE Standard für Ethically Aligned Design. Daran gilt es nun anzuknüpfen! 

 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier

Link zum: Digitale Ethik – PwC Positionspapier

Link zum: Quick Check CDR & Digital Ethics