Was Sustainable Finance mit nachhaltiger Mode zu tun hat

Von Surfer-Shirts und Veränderungstreibern: Die „Fashion Sustain“ diskutiert das Thema Nachhaltigkeit in der Modebranche und wir von PwC durften aktiv an der Diskussion mitwirken.

Nachhaltigkeit ist in der Textilindustrie schon länger ein Thema. Bei der Fashion Sustain, die vom 6. bis 8. Juli 2021 als Teil der Frankfurter Fashion Week stattfand, war es DAS dominierende Thema bei allen Panel-Diskussionen. Ich selbst nahm an einer Gesprächsrunde zum Thema Sustainable Finance teil. Ins Straucheln brachten mich dabei nicht die fachlichen Themen, sondern die Frage nach den Luxus-Labels in meinem eigenen Kleiderschrank.

Die Textilbranche hat längst begriffen, dass sie große Verantwortung trägt – für alle an der Herstellung und dem Vertrieb von Mode beteiligten Akteure. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass das Thema Nachhaltigkeit bei der Fashion Sustain, die im Juli als Teil der Frankfurter Fashion Week stattfand, im Zentrum stand. Der Fokus lag auf Nachhaltigkeit im Kontext von Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung, Diversity und Innovation. 

Diskussionsrunde zum Thema Sustainable Finance 

Ein Finanzexperte als Panel-Teilnehmer auf der Bühne der Fashion Week? Das hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können. Umso überraschter war ich, als ich für eine Diskussionsrunde der Fashion Sustain zum Thema Sustainable Finance angefragt wurde. 

Gemeinsam mit Frank Wächter von Puma, Victoria Kalb von UBS und Dr. Andreas Wagner von HVB/Unicredit diskutierte ich in einem hybriden Panel die Frage, wie eine nachhaltige Finanzierung nachhaltiger Mode aussehen könnte. 

Meine liebsten Luxus-Kleidungsstücke? Surfer-Shirts! 

Die erste Frage überrumpelte mich etwas: Was ist mein wichtigstes Luxus-Fashion-Stück? Darauf war ich nicht vorbereitet. Meine Antwort: Meine über Jahrzehnte aufgebaute Sammlung an Surfer-Shirts. Das ist zwar nicht unbedingt Fashion im klassischen Sinne und fällt wahrscheinlich auch nicht unter „Luxury“. Aber immerhin nachhaltig sind meine Shirts, was die Dauer der Nutzung anbelangt. 

Nach diesem unerwarteten Einstieg war ich froh, als wir uns den fachlichen Fragen zuwendeten. Unsere Diskussion drehte sich unter anderem um die Voraussetzungen für eine nachhaltige Finanzierung der Textilindustrie und die Frage, wie Finanzwirtschaft und Modebranche diese Transformation gemeinsam vorantreiben können. Nicht zuletzt ging es auch um mögliche Nachhaltigkeitskennzahlen, die herstellende ebenso wie finanzierende Unternehmen beachten müssen. 

Der Transformationsdruck auf die Branche ist riesig

In der Diskussionsrunde waren wir uns dann in vielen Punkten einig: Der Druck auf die gesamte Modebranche, sich in Richtung Sustainability zu transformieren, ist riesig. Denn nicht zuletzt die Konsument:innen fordern von Herstellern und Händlern, dass diese transparent und nachhaltig agieren. Ethische und umweltbezogene Kriterien werden beim Kauf von Mode immer wichtiger. 

Ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in der Branche war die Verabschiedung der Sustainable Development Goals durch die Vereinten Nationen. Das war zwar bereits 2015, aber Nachhaltigkeit bringt einschneidende Veränderungen mit sich und Veränderungen brauchen immer Zeit. 

Die Finanzierung als Veränderungstreiber 

Konsens herrschte nicht zuletzt bei folgendem Punkt: Damit die Transformation gelingt, braucht es globale Prozesse und einen globalen Ansatz. Geld kann ein wichtiges Werkzeug sein, um den Prozess voranzutreiben. Die Finanzierung ist damit ein zentraler Veränderungstreiber für die Modebranche. Und so schließt sich der Kreis zwischen Sustainable Finance und Sustainable Fashion.


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