GovMarket bringt Start-ups an den Staat

Die Digitalisierung im öffentlichen Sektor geht deutlich langsamer voran als in der Privatwirtschaft. Schwung bringen sollte das Onlinezugangsgesetz (OZG), das Bund, Länder und Kommunen verpflichtet, den Bürger:innen bis Ende 2022 mehr als 550 öffentliche Dienstleistungen auch digital verfügbar zu machen.

Doch das ist nur ein Zwischenschritt. Um den Digitalisierungspfad weiter zu beschreiten, braucht die Verwaltung Innovationssprünge – etwa für Datenmanagement, Datenanalyse, Prozess-automatisierung, für die Zusammenarbeit über Onlinetools und für moderne Kommunikation, intern und mit den Bürger:innen.

Defizite auf beiden Seiten

Woher sollen die Innovationen kommen? Von Technologie-Start-ups zum Beispiel. Viele von ihnen sind hoch spezialisiert und agil. Und immer mehr von ihnen, sogenannte GovTech-Start-ups, nehmen öffentliche Auftraggeber in den Blick. Viele von ihnen wollen Kooperationen mit diesen eingehen und Lösungen weiterentwickeln. Allerdings ist das oft leichter gesagt als getan. Etliche Rahmenbedingungen wie das Vergaberecht sind im öffentlichen Sektor komplexer als in der Privatwirtschaft. Zudem sind Verwaltungen meist weniger agil und fehlertolerant als Start-ups. Und sie wissen oft nicht, welche ihrer Probleme die Gründerszene schon heute schnell und einfach lösen kann. Start-ups dagegen fehlt es mitunter am notwendigen Verständnis für Prozesse und Zwänge öffentlicher Institutionen, aber auch an Durchhalte-vermögen bei regulierten Vergabeprozessen.

Einfacher zusammenfinden in Anbieterpools

Viele dieser Probleme sind lösbar – schon mit den existierenden Vergabeverfahren: Marktdialogen und -erkundungen, Direktvergaben, Rahmenverträgen und anderen. Eine weitere Möglichkeit sind dynamische Beschaffungssysteme (DBS). Sie flexibilisieren Vergabeprozesse öffentlicher Institutionen deutlich. Mit DBS können öffentliche Auftraggeber beispielsweise gewünschte Leistungen in Anbieterpools ausschreiben und schneller beauftragen. Denn potenzielle, nachweislich qualifizierte Leistungserbringer müssen im Anbieterpool bestimmte Vergabeprozesse nicht bei jeder Ausschreibung aufs Neue durchlaufen.

Der GovTech-Campus als Innovationsschmiede

Innovationen für den öffentlichen Sektor erfordern aber nicht nur bessere Vergabeprozesse, sondern auch einen intensiven Austausch. Dieser findet seit dem Jahr 2021 beispielsweise auf dem GovTech-Campus in Berlin statt, wo die Beteiligten unter anderem Wissen teilen. Institutionen des Bundes, der Länder, der Kommunen sowie Tech-Unternehmen, Forschungseinrichtungen und andere Stakeholder entwickeln so gemeinsam das GovTech-Ökosystem.

Die erforderliche Digitalkompetenz erhalten Verwaltungsmitarbeiter:innen zum Beispiel über Akademielösungen oder Wissensmanagement-systeme von Start-ups. Die Digitalakademie der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung (BAKöV) etwa bietet digitale Qualifizierung für die Bundesverwaltung, schafft Vernetzung und unterstützt den Kulturwandel. Auch die Digital Business University of Applied Sciences (DBU) in Berlin bietet ein breites Fortbildungsspektrum – von Kompaktkursen bis hin zum staatlich anerkannten Studium. PwC Deutschland ist an der DBU beteiligt.

Unkompliziert zueinander finden

Um weitere Brücken zwischen dem Staat und Start-ups zu bauen, haben PUBLIC Deutschland und PwC Deutschland das Unternehmen GovMarket gegründet. Es präsentiert Produkte und Services von vor allem jungen Unternehmen und KMUs – als Vorbereitung für eine effiziente Vergabe.

Über GovMarket erhalten Verwaltungen einen über-sichtlichen Katalog mit hochqualitativen Lösungen, leicht vergleichbaren Referenzen, Fallstudien und Preisen. Mit nur einem Klick können Auftraggeber Unternehmen anfragen, beauftragen oder deren Lösung beschaffen – so wie es Interessent:innen auch von anderen Onlinemarktplätzen kennen. Zudem informiert GovMarket über neue Anbieter, sodass die Mitarbeiter:innen der Verwaltung nicht nach ihnen suchen müssen. Dadurch und durch weitere verwaltungsorientierte Dienstleistungen kommen dank GovMarket innovative GovTech-Lösungen öfter und schneller in deutschen Verwaltungen an.

Auch bestehende Angebote verbessern

Vorzeigeprojekte der öffentlichen Hand sind das Datenportal www.govdata.de, das die Senatskanzlei Hamburg betreibt, sowie das Kompetenzzentrum innovative Beschaffung (KOINNO) des Bundes-ministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Bei den Vorhaben nennt die Verwaltung ihre beschaffungsrelevanten Herausforderungen; Unternehmen können über Open-Innovation-Formate ihre Lösungsideen vorstellen. So werden innovative Ansätze für die Verwaltung sichtbar. Diese Initiativen nutzen allerdings bei Weitem noch nicht alle Verwaltungsmitarbeiter:innen.

Das Innovationspotenzial im öffentlichen Sektor ist groß und der Standortfaktor „moderne und digitale Verwaltung“ enorm wichtig. Nun gilt es, die verschiedenen Akteuer:innen, Anforderungen und Lösungen zusammenzubringen, um dem digitalen, zukunftsfähigen Staat den Weg zu bereiten.

Schauen Sie sich auf GovMarket um.

Ansprechpartnerin:
Jana Janze

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