M&A-Deals im Visier – Wenn Krypto-Assets im Due Diligence-Prozess nicht ausreichend auf Geldwäsche geprüft werden

Unzählige M&A-Transaktionen werden jährlich durchgeführt, ohne ausreichende Prüfungen auf Geldwäsche. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz minimiert Risiken und bietet eine revolutionäre Entscheidungshilfe.

Krypto-Assets sind immer häufiger Bestandteil von großen M&A Transaktionen. Unternehmen, die im Zusammenhang mit Krypto-Assets und Blockchain-Technologien standen, machten im Jahr 2020 rund 46 % aller M&A-Transaktionen aus.[1] Krypto-Assets gelten schon lange nicht mehr als „Hype”, sondern sind oftmals essentieller Bestandteil vieler innovativer Geschäftsmodelle, während sie in Vergangenheit häufig genutzt wurden, um Geld aus kriminellen Geschäften zu waschen und zu verschleiern. Daraus ergibt sich ein erhebliches Risiko der Finanzkriminalität, das im Kontext von M&A Transaktionen und der Beteiligung von Krypto-Assets untersucht werden muss. Zeitraubende manuelle Investigationen werden derzeit praktiziert, welche Risiken von Krypto-Vermögensgegenständen aufdecken sollen, die im Zusammenhang mit Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung oder Finanzkriminalität stehen. Doch können so die bestehenden Risiken adäquat erkannt und berücksichtigt werden? Definitiv nicht, und wenn doch sind diese Prozesse alles andere als zeiteffizient und ergeben den dringenden Bedarf einer technologischen Lösung.

1. Aktuelle Situation

Eine ausreichende Berücksichtigung von Krypto-Asset-Gesichtspunkten stellt momentan eine der größten Schwächen regulärer M&A Due Diligence-Ansätze dar. Die Integrierung eines fachlich einwandfreien und technisch effizienten Ansatzes in die eigene M&A Due Diligence wird in Zukunft unerlässlich. Dies wird spätestens unter Berücksichtigung der krypto-relevanten M&A-Deals-Zahlen aus den Jahren 2020 und 2021 deutlich. Während die Kurse für Bitcoin[2] und Ethereum[3] um rund 200% gestiegen sind, ist der M&A Krypto-Markt 2021 mit einem Zuwachs um 4.846% nahezu explodiert.

Seit 2019 machen Krypto & Blockchain Unternehmen selbst unter allen Krypto Investoren nahezu 50% in Bezug auf die gesamte Nachfrage aus. Dieser Anteil hat sich in den letzten drei Jahren nur unwesentlich verändert (2020: 46%; 2021: 42%) verglichen mit der Gruppe aller Investorentypen. Eine signifikante Steigerung kann jedoch hinsichtlich der Diversifizierung der unterschiedlichen Investoren im M&A Krypto-Markt beobachtet werden. Während 2019 die beiden anteilsmäßig größten Teilnehmergruppen des M&A Krypto-Markts Blockchain & Krypto-Unternehmen sowie andere Tech-Unternehmen und Start-Ups waren, hat sich der Markt 2021 stark diversifiziert. Schlussfolgernd lässt sich festhalten, dass andere Investorengruppen mittlerweile auf den M&A Krypto-Markt nicht nur aufmerksam, sondern auch aktiv ins Marktgeschehen eingriffen.

In konkreten Zahlen stieg die durchschnittliche Transaktionsgröße unter Beteiligung von Krypto-Assets von 2020 (52,7 Mio. USD) auf 2021 (179,7 Mio. USD) um mehr als das Dreifache an. Größere und etablierte Krypto-Unternehmen werden gerade im M&A Bereich immer aktiver; ein Zeichen dafür, dass die Krypto-Industrie weiter reift und eine Konsolidierung einsetzt. Rasant steigendes Umsatzvolumen und hohe Volatilität führen allerdings auch zu Intransparenz bei den Marktteilnehmern. Dies birgt neben den Chancen für die Marktteilnehmer auch signifikante Risiken, an kriminellen Transaktionen beteiligt zu sein.

2. Doch was ist das Problem?

Cyberkriminelle haben im Jahr 2021 8,6 Milliarden US-Dollar durch Kryptowährungen mittels illegaler Adressen unter Zuhilfenahme von Krypto-Dienstleistern gewaschen.

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete sich damit ein Wachstum krimineller Aktivitäten um 30%. Insgesamt haben Cyberkriminelle seit 2017 Kryptowährungen im Wert von über 33 Mrd. USD gewaschen, wobei der größte Teil (46%) der Gesamtsumme auf „Centralized exchanges (CEXs, Organisationen, die den Handel mit Kryptowährungen in großem Maßstab koordinieren)” entfallen ist.[4]

Geschäftsaktivitäten im Krypto-Bereich stellten 2021 also mehr denn je ein potentes und dabei einfach zugängliches Werkzeug zur Geldwäsche auf dem öffentlichen Markt dar. Auch die unbewusste Beihilfe zur Geldwäsche stellt gem. § 261 StGB eine Straftat dar und kann erhebliche Rechtsfolgen haben. Gerade im Verlauf der letzten beiden Jahre wurde die Regulatorik um diverse Aspekte der Krypto-Währungen umfassend erweitert und folglich auch die Strafgesetzgebung entsprechend, sodass eine Risikobetrachtung fortan unumgänglich ist. Im M&A-Kontext besteht daher weiterhin und auch in Zukunft immer die Gefahr der Aufnahme von Vermögenswerten aus dubiosen Hintergründen.

Aufgrund der noch wenig etablierten automatisierten Analyse vor dem Tätigen einer Transaktion sind viele Akteure der Auffassung Krypto-Assets, „gutgläubig” erwerben zu können. Die weiterentwickelte Strafgesetzgebung erlaubt dies jedoch nicht weiter zu verargumentieren, da eine Missachtung des Risikos in Abhängigkeit von Art und Umfang des Sachverhalts die Beihilfe der Geldwäsche künftig nicht mildert.

Die zugrunde liegende Blockchain-Technologie ermöglicht es zwar, alle Transaktionen restlos zurückzuverfolgen, allerdings können die Wallets, die für das Durchführen der Transaktionen genutzt werden, nicht immer zugeordnet werden. Nicht immer kann hierbei also einem bestimmten Wallet oder einer Person eine kriminelle Aktion zugewiesen werden, was die Strafverfolgung erschwert. Aufwendige manuelle Analysen zeigen, dass eine Vielzahl an bisher getätigten Krypto-Transaktionen durch eine Risikoprüfung als geldwäscheverdächtig gekennzeichnet wurden und somit einem dubiosen Ursprung zugewiesen werden konnten. Dieser Tatbestand kann ausreichen, um sich der Beihilfe zur Geldwäsche zu verantworten. Folglich ist es in Zukunft also wichtig, nicht nur auf die Makellosigkeit der Wallets und der potentiellen Handelspartner zu achten, sondern auch dessen bisherige Transaktionsaktivitäten auf Netzwerküberschneidungen mit geldwäscheverdächtigen Transaktionen automatisiert zu überprüfen.

3. Die Chance: der etablierte Due Diligence Ansatz kann erweitert werden

Ein etablierter Due Diligence Ansatz setzt sich grob aus 5 Phasen zusammen: Der Pre-Due Diligence, der Due Diligence, der anschließenden Vertragsverhandlungsphase und dem Signing & Closing sowie dem darauffolgenden Post-Closing. Ein solches Vorgehen, bildet für bisherige M&A-Deals ein bewährtes Vorgehen.

Bislang gibt es jedoch keine allgemeingültigen Ansätze zur Identifizierung von Risiken, die Kryptowährungen zugrunde liegen. Aufgrund der enorm hohen Datenmenge, die mit den neuen Blockchain-Verfahren einhergehen, wird eine korrekte Abbildung des Risikos bereits in Phase 1 der etablierten Due Diligence Ansätze mit Schwierigkeiten konfrontiert. Eine adäquate Datengrundlage muss korrekt, exakt und vollständig sein, dabei jedoch auch die nötige Transparenz bieten, um eine genaue Analyse zu ermöglichen. Zusammenhänge korrekt zu erkennen, wird bei inkohärenter Transparenz aufgrund großer Datenmengen und hoher Granularität der Daten äußerst herausfordernd bis gar unmöglich. Insbesondere dann unmöglich, wenn hierfür keine speziellen Analysemethoden in Form von einer erweiterten Due Diligence eingesetzt werden.

Eine Entscheidung über einen M&A-Deal mit beteiligten Krypto-Assets zu treffen, ohne dabei auf eine entsprechend erweiterte Due Diligence zurückzugreifen, ist nicht nur äußerst schwierig, sondern im vorliegenden Kontext grob fahrlässig. Eine derart technisch versierte Erweiterung der Due Diligence bietet der Blockchain Explorer & Transaction Analyzer von PwC (BETA).

Doch was genau muss eine solche Lösung bieten um Millionen von Transaktionen zusammenhängend analysieren zu können und vor allem welchen Mehrwert bietet sie, um eine solche Krypto-Asset Kaufentscheidung fundiert und sicher treffen zu können?

4. Unsere Empfehlung

Eine passende Lösung muss mit KI-basierten Algorithmen komplexe Transaktionsmuster erkennen und die relevanten Informationen in Millionen von Transaktionen identifizieren. Zusätzlich zu einer automatisierten Analyse sollte die Lösung ein graph-basiertes Frontend für eine Self Service Analyse bieten, um einzelne Transaktionen nachzuverfolgen. Damit wird das Vertrauen in Blockchain- und DLT-Ökosystem gestärkt und Unternehmen befähigt sicher investieren zu können.

PWC's BETA ist eine FATF-konforme und revisionssichere Echtzeit-Blockchain-Monitoring-Engine, die von unseren Experten auf der Grundlage unserer umfangreichen Erfahrung im AFC-Bereich entwickelt wurde. Sie stellt eine ganzheitliche Lösung zur Transaktionsanalyse von Kryptowährungen dar und operiert hierbei mit modernsten KI-gestützten Echtzeit-Evaluierungen von Transaktionen zur Erkennung von kriminellen Aktivitäten. BETA’s einzigartiges Operationsmodell setzt dabei auf eine eigene Graphendatenbank und reichert diese ständig mit neuen Informationen bezüglich Mixer, Darknet, Scam, Phishing, Gambling, gehackte Wallets, gehackte Börsen, ICOs und Sanktionen an, die revisionssicher und auf dem neuesten Stand sind. Mit der zusätzlichen Inkludierung kundeneigener Informationsquellen gewährleistet BETA eine umfassende Kombination aus On- und Off-Chain Daten, um präzise FATF konform definierte Muster zu erkennen und daraus resultierend einen mit dem Kunden individuell abgestimmten Risk Score zu berechnen. Durch seine skalierbar konstruierte Architektur und die Bereitstellung einer REST API ist eine nahtlose Integration in jedes System möglich. Demnach ist eine kurzfristige Integration in die Compliance-Pipeline und damit in jeden etablierten M&A-Due Diligence-Ansatz des Kunden jederzeit möglich.

Hinzukommend bietet BETA die Möglichkeit, die Transaktionen manuell in einem Graphen zu traversieren und garantiert somit eine umfangreiche Analyse aller Krypto Assets inkl. NFTs und ERC Tokens nach Best Practices. Die Flow of Funds können hierbei bis zum Genesis-Block nachverfolgt, nach FATF definierten Pattern identifiziert und grafisch detailliert und nachvollziehbar dargestellt werden.

Auf Basis realitätsgetreuer und übersichtlicher Risiko-Scorings können fundierte Entscheidungen über bereits bestehende und zukünftige M&A-Deals getroffen werden. Im Endergebnis bietet BETA neben einer regulatorischen Konformität auch ein weiteres Werkzeug zur Optimierung der Asset-Bewertung mit- einem resultierenden Einfluss auf die Preisbewertungen aller potentiellen M&A Assets.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Demo oder weitere Insights. Wir freuen uns auf Sie!

Ich möchte mich bei Dimitri Gross, Senior Manager in Financial Services Technology Consulting und Jens Langewender Manager in Financial Services Technology Consulting für ihre wertvollen Einblicke in die BETA Plattform bedanken.

[1] https://www.pwc.com/gx/en/fina...

[2] https://de.statista.com/statis...

[3] https://www.statista.com/stati...

[4] https://blog.chainalysis.com/r...

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