UN PRI Reporting 2026: Das neue Framework optimal nutzen

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Für Private Market Investoren ist der PRI-Score ein essenzieller Faktor im Fundraising. Worauf ist beim neuen Reporting Framework zu achten?

Über 5.000 Organisationen weltweit sind PRI-Signatories. Das jährliche PRI-Reporting ist dabei ein fester Bestandteil der Berichtspflichten als Signatory. Mit dem Reporting Cycle 2026 ändert sich nun einiges: eine neue Struktur, deutlich weniger Indikatoren, ein verstärkter Fokus auf Menschenrechte und Natur. Was genau ist neu, wie wird künftig bewertet – und wie können Signatories ihr Scoring optimieren?

PRI Reporting 2026: Was sich ändert – und wie sich Signatories jetzt vorbereiten

Kurz erklärt: Was hinter den Principles for Responsible Investment steckt

Die Principles for Responsible Investment (PRI) sind eine von den Vereinten Nationen unterstützte Initiative für Asset Owner und Asset Manager mit dem Ziel, ESG-Faktoren systematisch in Investment- und Ownership Entscheidungen zu integrieren.

Aktuell haben sich weltweit über 5.000 Organisationen mit einem verwalteten Vermögen von rund USD 140 Billionen zu den sechs PRI Prinzipien bekannt und gelten als Signatories. Für viele Marktteilnehmer ist der PRI Signatory Status heute ein Standard und der PRI-Score ein essenzieller Faktor im Fundraising.

Das jährliche PRI Reporting ist dabei das zentrale Berichts- und Bewertungsinstrument für Signatories. Mit dem Reporting legen Investoren ihren Responsible-Investment-Ansatz strukturiert offen und erhalten dafür ein Scoring.
Der Score stellt eine wichtige Referenz für externe Stakeholder dar. Die standardisierte Reportingstruktur ermöglicht es, Ansätze im Markt einzuordnen und Signatories im Vergleich zu Wettbewerbern zu bewerten. Gerade vor dem Hintergrund global unterschiedlicher regulatorischer und freiwilliger Nachhaltigkeitsanforderungen schafft das Reporting damit einen gemeinsamen Rahmen für Transparenz und Vergleichbarkeit – und somit auch Motivation bei Signatories, ihren Score kontinuierlich zu verbessern. 

Reporting Cycle 2026: Was sich ändert

Mit dem Reporting Cycle 2026 führt PRI ein grundlegend überarbeitetes Reporting Framework ein. Die Einreichung der Antworten ist zwischen 6. Mai und 29. Juli 2026 möglich.

Kern der Reform ist eine deutliche Verschlankung des Umfangs:
Die Zahl der verpflichtend zu beantwortenden Indikatoren wird von zuvor über 250 auf rund 40 reduziert.

Strukturell löst sich das Reporting von Assetklassen-spezifischen Modulen und setzt stattdessen auf Assetklassen-übergreifende Indikatoren, die dennoch eine Differenzierung je Assetklasse ermöglichen.

Ziel ist es, den Reportingaufwand zu verringern und Ergebnisse besser vergleichbar zu machen.

Die Bewertung des Reportings erfolgt weiterhin nicht als aggregiertes Rating für den Signatory, sondern getrennt nach thematischen Aktivitätsbereichen (Groups), die jeweils separat bewertet werden:

  • Policy, governance & disclosure
  • Investment Practices
  • Selection, appointment & monitoring of external managers

Ergänzend zu den verpflichtenden Indikatoren erhebt PRI sogenannte Organisational Profiling Questions. Diese dienen nicht der Bewertung, sondern liefern Kontextinformationen zur Organisation, zu Geschäftsmodell, Asset Allokation und Mandatsstruktur.

Inhaltlich verankert das neue Framework Menschenrechte und naturbezogene Aspekte stärker als Bestandteil der Bewertung, statt primär als optionale Ergänzung. Die Bewertung der Human Rights Due Diligence und Remediation als eigenständiger Indikator fließt dabei erstmals verpflichtend in die Bewertung mit ein. Klima bleibt weiterhin ein Fokusthema.

Zudem wird jeder Indikator systematisch gegen externe Rahmenwerke gemappt, insbesondere ISSB, UK Stewardship Code und EU SFDR. Das erleichtert Signatories die Einordnung, welche regulatorischen Anforderungen bereits durch das PRI-Reporting abgedeckt werden.

Was Signatories jetzt tun sollten

Wer sich jetzt vorbereitet, kann das neue Framework aktiv nutzen, um die eigene Positionierung zu stärken und sein Scoring zu halten oder zu verbessern. Zentral sind dabei zwei Aspekte:

  • Den eigenen Investmentansatz auf Konsistenz prüfen: Durch die Verdichtung der Indikatoren umfassen einzelne Indikatoren eine Vielzahl an Themen. Wer bisher punktuell gute Antworten geben konnte, aber keinen durchgängig kohärenten Ansatz verfolgte, muss mit Einbußen rechnen.
  • Menschenrechte und Natur im Investmentprozess verankern: Beide Themen werden – je nach Wesentlichkeit – häufig bereits in der Due Diligence berücksichtigt. Eine durchgängige Verankerung in Policies und entlang des gesamten Investmentprozesses ist jedoch nicht immer gegeben.
    Eine gezielte Formalisierung lässt sich in vielen Fällen an bestehende ESG-Ansätze anknüpfen, ohne dass grundlegende Prozessanpassungen nötig sind– und kann damit einen deutlichen Beitrag zum PRI-Scoring leisten.

Gerade vor diesem Hintergrund lohnt es sich, das Reporting Framework 2026 jetzt genau zu analysieren um mögliche Lücken gezielt zu schließen.

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Marc Göbbels

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