Neuer UN-Klimabericht verdeutlicht akuten Handlungsbedarf

Wachsende Bedeutung für internationale Standards und Innovationsförderung

Die jüngsten Untersuchungen der Vereinten Nationen zeigen, dass unsere Bemühungen bei der Bekämpfung des Klimawandels nicht reichen werden, um eine signifikante Erwärmung der Erde zu vermeiden. Um den drohenden Szenarien etwas entgegenzusetzen, müssen nicht nur die Anstrengungen deutlich nach oben geschraubt, sondern auch die Maßnahmen der verschiedenen Akteure deutlich besser verzahnt werden.

Die Vereinten Nationen kommen in ihrem aktuellen Klimabericht zu keinem guten Urteil: Wenn ein Temperaturanstieg von mehr als 1,5 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts noch gestoppt werden soll, müssten die Nationen ihre Anstrengungen dem UN-Klimasekretariat zufolge jetzt verdoppeln. Ein wichtiger Meilenstein dafür: Die Emissionen bis zum Ende des Jahrzehnts um 45 Prozent zu senken. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die Wirtschaft und Gesellschaft aber zum Anlass nehmen können, um ihre Bemühungen in einem gemeinsamen Akt der Koordination zu verstärken. Denn so viel ist klar: Nur gemeinsam werden wir die kommenden Herausforderungen effektiv meistern und auch auf globaler Ebene bessere Bedingungen schaffen.

Deutliche Folgen für Mensch und Natur

UN-Generalsekretär António Guterres warnte bei der Vorstellung des Klimaberichtes vor den Konsequenzen, zu denen der eingeschlagene Pfad führen werde. So steht derzeit eine Erderwärmung von 2,7 Grad im Raum. Dabei sind die Folgen für Mensch und Natur schon jetzt bedenklich: Wetterkatastrophen wie Fluten oder Dürren haben dem Bericht zufolge in den letzten 50 Jahren um das Fünffache zugenommen.

Dementsprechend ist es wichtig, dass wir nicht nur unsere weltweiten Emissionen reduzieren, sondern auch Lösungen für die bereits entstandenen Konsequenzen entwickeln. So können beispielsweise schon jetzt auf IoT basierende Frühwarnsysteme viele Menschenleben retten.

Vereinte Kräfte statt unkoordinierter Alleingänge

Spätestens, wenn die Welt im November bei der nächsten UN-Klimakonferenz zusammenkommt, braucht es eine Kurskorrektur. Das Tempo muss nun deutlich erhöht werden, um die aktuellen Entwicklungen in den Griff zu bekommen. In der EU sind die regulatorischen Rahmenbedingungen dafür da: die CSRD, die EU-Taxonomie oder auch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz werden schon bald über verschiedene Hebel ihren Teil dazu beitragen, die Folgen der Klimakrise einzugrenzen. Alleingänge auf EU-Ebene werden das Problem aber nicht lösen. Vielmehr braucht es standardisierte und globale Regeln, die das Problem ganzheitlich adressieren. Welche Möglichkeiten und Herausforderungen sich dabei ergeben, haben wir etwa zuletzt an dieser Stelle genauer betrachtet.

Nachhaltigkeit braucht individuell zugeschnittene Transformationspfade

Immer mehr Unternehmen werden sich ihrer Verantwortung bewusst und treiben ihr Engagement für Nachhaltigkeit weit über die regulatorischen Vorgaben hinaus. Dadurch spielen betriebliche Innovationen und Initiativen eine zunehmend wichtige Rolle für die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Wir unterstützen Unternehmen in sämtlichen Dimensionen – von der zentralen Bestandsaufnahme, über die Entwicklung einer bedarfsorientierten Strategie bis zur Umsetzung konkreter Maßnahmen. Besonders stolz sind wir in diesem Zusammenhang etwa auf unser neues „Pathway to Paris“-Tool, das in Zusammenarbeit mit dem WWF entstanden ist. Es ermöglicht Unternehmen, auf ihre Branche zugeschnittene Transformationspfade zu entwickeln.

Nach zwei Jahren Projektarbeit findet am 6. Oktober unsere Abschlusskonferenz mit dem WWF statt. Meine Kollegin Nicole Röttmer und ich werden dort gemeinsam mit dem WWF und den Beteiligten in einen spannenden Dialog gehen. Hier können Sie sich kostenfrei anmelden.

Die Welt zurück auf den Pfad des Pariser Abkommen führen

Sicher ist, dass regulatorische Pflichten und die Reduzierung von Emissionen allein nicht mehr reichen werden, um die Erderwärmung in dem erforderlichen Ausmaß zu stoppen. Daher braucht es jetzt mehr denn je innovative Technologien, die sowohl die Auslöser als auch die Folgen des Klimawandels unmittelbar adressieren. Unsere aktuellen Untersuchungen zeigen, dass der Sektor für Climate-Tech boomt. Trotzdem fehlt es oft noch in den entscheidenden Bereichen an Geld. Deswegen investieren wir beispielsweise in den europäischen Klima-Fonds “World Fund”, der junge Unternehmen bei der Entwicklung effektiver Klimatechnologien unterstützt.

Um dem besorgniserregenden Szenario des jüngsten UN-Klimaberichts etwas entgegenzusetzen, wird in es in Zukunft noch wichtiger, dass alle Maßnahmen möglichst effizient ineinandergreifen und das Zusammenspiel aus Regulierung, Innovationsförderung sowie wirtschaftlicher Eigeninitiative auf das gleiche Ziel einzahlen: die Welt zurück auf den Pfad des Pariser Abkommens zu führen – das sollte nun klarer denn je sein.

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