IOSCO fordert transparente und rechtzeitige Angaben zu den Auswirkungen der bestehenden wirtschaftlichen Unsicherheiten in Finanzberichten

Die Erklärung der IOSCO verstärkt nochmals die Bedeutung der kürzlich von der ESMA veröffentlichten Prüfungsschwerpunkte für IFRS-Abschlüsse 2022.

Die internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (International Organization of Securities Commissions, IOSCO) hat Anfang dieser Woche ein Public Statement veröffentlicht, mit dem Emittenten, Wirtschaftsprüfer, Mitglieder:innen von Prüfungsausschüssen sowie ganz allgemein die für die Unternehmensführung Verantwortlichen aufgefordert werden, in der aktuell vorherrschenden Zeit wirtschaftlicher Ungewissheit, besonderes Augenmerk auf mögliche Risiken und Unsicherheiten, die sich auf die Geschäftstätigkeit sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Unternehmen auswirken (können), zu legen und diese den Abschlussadressaten transparent zu vermitteln.

Als vorrangige Faktoren für das derzeitige wirtschaftliche Umfeld nennt die IOSCO explizit, jedoch nicht als abschließende Aufzählung:

  • Auswirkungen des Ukraine-Konflikt,
  • anhaltende Folgen der COVID-19-Pandemie,
  • Herausforderungen bzgl. Lieferketten,
  • Energieversorgungsengpässe und -kosten,
  • Arbeitskräftemangel,
  • Inflationsdruck,
  • Volatilität der Wechselkurse,
  • steigende Zinsen sowie
  • Änderungen der Geld- und Steuerpolitik und andere Reaktionen von Zentralbanken und Regierungen.

Das Public Statement führt für die Emittenten nachfolgende Punkte (nicht abschließend) auf, die durch die bestehenden Unsicherheiten betroffen sein könnten und daher einer sorgfältigen Beurteilung unterliegen müssen:

  • Fähigkeit des Unternehmens zur Unternehmensfortführung (Going Concern),
  • Ereignisse nach der Berichtsperiode,
  • Aktualisierung und Beurteilung wesentlicher Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Schätzungsunsicherheiten,
  • Cyber-Sicherheitsrisiken und
  • Alternative Leistungskennzahlen (APMs).

Daneben enthält die Veröffentlichung auch noch Hinweise für Wirtschaftsprüfer und Prüfungsausschüsse.

Die Erklärung der IOSCO verstärkt nochmals die Bedeutung der kürzlich von der ESMA veröffentlichten Prüfungsschwerpunkte für IFRS-Abschlüsse 2022 (siehe hierzu Beitrag vom 31. Oktober 2022), in denen ebenfalls die transparente Darstellung der Auswirkungen der Ukraine-Krise sowie des herausfordernden makroökonomischen Umfelds in den Finanzberichten als Prüfungsschwerpunkte verankert sind.

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