EIOPA-Konsultation zu ORSA im Rahmen von Covid-19

EIOPA wird die eingegangenen Rückmeldungen berücksichtigen, eine Folgenabschätzung entwickeln und einen Abschlussbericht über die Konsultation veröffentlichen.

Am 22. Dezember 2020 hat EIOPA ein Konsultationspapier zum ORSA im Zusammenhang mit Covid-19 veröffentlicht. Stellungnahmen können bis zum 15. März 2021 eingereicht werden.

EIOPA verfolgt mit der Konsultation das Ziel die Konvergenz zwischen den Unternehmen zu fördern, indem sie gemeinsame aufsichtsrechtliche Erwartungen an die Durchführung von (Ad-hoc)ORSA und dessen Berichterstattung formuliert. Gleichzeitig wird berücksichtigt, dass die Auswirkungen durch Covid-19, bedingt durch sich unterscheidende Risikoprofile, verschieden sein können. In diesem Zusammenhang untersuchte die BaFin im Sommer 2020 veröffentlichte Ad-hoc ORSA-Berichte und monierte deren Umsetzung (siehe Blog-Beitrag vom 7. August 2020).

Die derzeitige Situation fordert in den Fällen, in denen sich die Pandemie wesentlich auf das Risikoprofil des Unternehmens auswirkt, die Erstellung eines Ad-hoc ORSA und eines entsprechenden Berichts. Insbesondere in den Fällen, in denen die Durchführung des regelmäßigen ORSA es dem Unternehmen nicht ermöglicht hat, die Auswirkungen der Pandemie zu bewerten und zu berücksichtigen. Es werden drei konkrete Indikatoren genannt, wann eine wesentliche Veränderung des Risikoprofils vorliegt:

  • Änderungen des Markt- oder Kreditrisikos des Unternehmens (einschließlich Downgrade- und/oder Ausfallszenario)
  • Wesentliche Veränderungen der versicherungstechnischen Ergebnisse in Sparten, die von der Pandemie stärker betroffen sind
  • Wesentliche Änderungen an Geschäftsmodellen, angebotenen Produkten, Plänen und Strategien

Von den Unternehmen wird erwartet, dass sie die Ungewissheit hinsichtlich der Dauer und der makroökonomischen Auswirkungen der Pandemie in ihrem ORSA berücksichtigen und, falls für ihr Risikoprofil relevant, mehrere Szenarien in Betracht ziehen, um diese Ungewissheit in angemessener Weise zu erfassen. In diesem Fall wird erwartet, dass die Szenarien mehrere Schweregrade für die Auswirkungen der Pandemie auf die Solvabilität und den Kapitalbedarf des Unternehmens unter Berücksichtigung der individuellen Lage umfassen:

  • Die zu einem bestimmten Zeitpunkt beobachteten Bedingungen und alle erwarteten Belastungen z. B. auf den Kapitalmärkten, die Schadenentwicklung für das Nicht-Lebengeschäft (z. B. Betriebsunterbrechung, Reisen, Veranstaltungsausfall) als auch für das Lebengeschäft (z. B. Schäden aufgrund höherer Sterblichkeitsraten, Krankheitsraten), und die Auswirkungen auf operationelle Risiken (z. B. digitale Resilienz, Geschäftskontinuität) sowie
  • eine Beurteilung der Robustheit des Geschäftsmodells aus einer zukunftsorientierten Perspektive.

Die kurz- und langfristigen Risiken der Pandemie, sollen außerdem in entsprechenden Szenarien erfasst werden.

Weitere Risiken, die sich auf den Gesamtsolvabilitätsbedarf auswirken, sollen darüber hinaus im ORSA berücksichtigt werden. Dazu zählen beispielsweise Rechtsstreitigkeiten hinsichtlich der Deckung von pandemiebedingten Schäden durch Versicherungspolicen. Außerdem wird eine neue Bewertung der Eigenmittel erwartet, die die neuen Unsicherheiten mit einschließt.

EIOPA wird die eingegangenen Rückmeldungen berücksichtigen, eine Folgenabschätzung entwickeln und einen Abschlussbericht über die Konsultation veröffentlichen.

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