EIOPA-Opinion zu Art. 8 Taxonomie (Transparenz in nichtfinanzieller Berichterstattung)

Die vorgeschlagene Kennzahl soll dazu dienen, das Potenzial nachhaltig zu investieren, darzustellen.

Am 1. März 2021 hat EIOPA ihre finale Opinion zu Art. 8 Taxonomie-VO veröffentlicht. Unternehmen, die zur Erstellung einer nicht-finanziellen Erklärung verpflichtet sind, müssen diese zukünftig um die Anforderungen aus Art. 8 Taxonomie-VO erweitern. Die von EIOPA nun veröffentlichte Opinion dient als Grundlage für die Entwicklung eines delegierten Rechtsakts zur Konkretisierung des Art. 8 Taxonomie-VO und bezieht sich i.W. auf die relevanten Kennzahlen (KPIs), die (Rück-)Versicherer im Rahmen der Erweiterung der nicht-finanziellen Erklärung veröffentlichen müssen. Die Opinion wurde zuvor bis zum 12. Januar 2021 konsultiert (siehe Blog-Beitrag vom 4. Dezember 2020).

EIOPA schlägt den Ausweis folgender beiden Kennzahlen vor:

Kennzahlen bezogen auf die Vermögenswerte (alle Versicherer):

Die auf die Aktivseite bezogen Kennzahl soll als Grundlage für einen branchenübergreifenden Vergleich von (Rück-)Versicherern mit Finanzinstituten dienen und ist von allen Versicherern offenzulegen:

  • Anteil der „Kapitalanlagen“ des (Rück-)Versicherers – im Verhältnis zu den „gesamten Kapitalanlagen“-, die der Finanzierung von oder der Beteiligung an ökologisch nachhaltigen wirtschaftlichen Aktivitäten dienen

Die vorgeschlagene Kennzahl soll dazu dienen, das Potenzial nachhaltig zu investieren, darzustellen. Dabei beziehen sich die „Kapitalanlagen“ auf sämtliche direkte und indirekte Investitionen, d. h. einschließlich Investitionen in Organismen für gemeinsame Anlagen und Beteiligungen, Darlehen und Hypotheken, Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte (mit Ausnahme von Goodwill und Derivaten).

Die große Herausforderung besteht hierbei in der Beschaffung der Daten. EIOPA erklärt, dass alle öffentlich und privat verfügbaren Informationen zu verwenden sind und diese ggf. durch Näherungswerte ergänzt werden sollen. Sofern Daten nicht verfügbar sind, ist dies zu erläutern. Insbesondere hinsichtlich der Beurteilung von Staatsanleihen sieht EIOPA den Bedarf an der Entwicklung von Methoden zur Beurteilung der Taxonomie-Konformität.

Weitere Angaben sind auf freiwilliger Basis möglich.

Kennzahlen bezogen auf die Versicherungstätigkeit (nur Nicht-Lebensversicherer sowie Rückversicherer):

Hinsichtlich der Versicherungstechnik müssen lediglich die Nicht-Lebens- und Rückversicherer folgende Kennzahl offenlegen:

  • Anteil der „gebuchten Bruttoprämien“ im Bereich Nicht-Leben – im Verhältnis zu den gesamten gebuchten Bruttoprämien im Bereich Nicht-Leben -, der auf Versicherungstätigkeiten entfällt, die in der EU-Taxonomie als ökologisch nachhaltig identifiziert wurden.

Die Kennzahl soll den Investoren wichtige Einblicke in das Nicht-Leben-Underwriting von Versicherern und Rückversicherern hinsichtlich ihrer taxonomie-konformen Geschäftsaktivitäten geben und den Vergleich zwischen (Rück-)Versicherern ermöglichen. EIOPA erwähnt in ihrer Erläuterung, dass eine Aufteilung der Prämien in taxonomie-konforme und nicht taxonomie-konforme Prämienanteile notwendig ist. In den ergänzenden Angaben ist zu erläutern, inwieweit die taxonomie-konformen versicherungstechnischen Tätigkeiten rückversichert sind oder aus Rückversicherungsaktivitäten resultieren.

Der delegierte Rechtsakt zur Taxonomie-VO soll planmäßig bis zum 1. Juni 2021 verabschiedet werden. Die Taxonomie-VO gilt in Bezug auf Umweltziel 1 und 2 planmäßig ab dem 1. Januar 2022. Nach aktuellem Stand sind folglich die Anforderungen aus Art. 8 Taxonomie-VO für die nicht-finanzielle Erklärung ab dem 1. Januar 2022 umzusetzen.

Bezüglich detaillierter Informationen zum Thema Taxonomie verweisen wir auf unseren Deep Dive: Taxonomie @ Insurance.

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