FaceID und Karte mit Sensor – Wie Banken von biometrischen Verfahren profitieren können

Immer mehr Bankkund:innen nutzen beim Online oder Mobile Banking biometrische Verfahren zur Authentifizierung.

Insbesondere jüngere Menschen sind dafür offen; sie schätzen deren Nutzerfreundlichkeit und Schnelligkeit – im Vergleich zur Autorisierung über ein zusätzliches Gerät wie den TAN-Generator.

Wie unsere Umfrage „Biometrische Authentifizierungsverfahren 2022“ zeigt, legten die Akzeptanz und das Vertrauen der Bundesbürger:innen in die Sicherheit biometrischer Verfahren in den vergangenen vier Jahren deutlich zu. Zu den beliebtesten Verfahren zählen der elektronische Fingerabdruck, die Gesichtserkennung (FaceID) und die Erkennung über die Sprache oder das Tipp- und Wischverhalten auf dem Handy (Verhaltensbiometrie).

Die Zeit drängt, Anbieter wie die US-BigTechs PayPal, Apple und Google etablieren sich zunehmend auf dem deutschen Markt und verschärfen den Wettbewerb. Banken und Sparkassen sollten einen verstärkten Fokus auf biometrische Verfahren zur Authentifizierung legen, um die Nutzerfreundlichkeit eigener Lösungen zu erhöhen, langfristig für alle Kundengruppen attraktiv zu bleiben und sich für den wachsenden Wettbewerb durch neue Anbieter zu stärken.

Laut unserer Studie ergeben sich dabei folgende wesentliche Handlungsfelder für deutsche Finanzinstitute:

Hauseigene Banking-Apps weiterentwickeln

Mittlerweile werden mehr als drei Viertel aller privaten Bankgeschäfte in Deutschland online abgewickelt. Ältere Bankkunden:innen bevorzugen für ihre Bankgeschäfte das Internet-Portal einer Bank oder Sparkasse, da sie häufig wegen Sicherheitsbedenken von der Verwendung mehrerer Finanz- oder Banking-Apps abgehalten werden.

Jüngere Menschen bis 39 Jahre hingegen nutzen im Schnitt mehr als zwei Banking-Apps. Dabei wünschen sich mehr als 40 Prozent der 18- bis 39-Jährigen eine All-in-One-Lösung für ihre Bankgeschäfte.

Für Finanzinstitute bedeutet dies, dass ein bedarfsgerechter Ausbau der Funktionalitäten ihrer Mobile-Banking-Apps notwendig wird, um ihre Customer Journey und Nutzungsraten zu verbessern.

Knapp 70 Prozent der Befragten würden dafür auch einer Weitergabe zusätzlicher Daten zustimmen, sollte sich dadurch die Nutzerfreundlichkeit innerhalb eines Geschäftsvorgangs erhöhen. Insbesondere die Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen wäre dazu bereit (rund 80 Prozent). Gekoppelt mit weiteren Daten aus der Verhaltensbiometrie ließe sich dann zusätzlich die Sicherheit der Authentifizierungsverfahren erhöhen.

Neue Anwendungsbereiche erschließen

Immer mehr Befragte können sich auch neue Anwendungsfälle für eine biometrische Authentifizierung vorstellen: Jeweils rund 60 Prozent nennen hier Zugangskontrollen zu Gebäuden oder am Flughafen, das kontaktlose Bezahlen über eine Bankkarte mit integriertem Fingerabdrucksensor oder das mobile Bezahlen an der Ladenkasse über ein Online-Bezahlsystem. Besonders aufgeschlossen ist hier die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen. Demnach bilden in Deutschland bislang wenig verbreitete Zahlungsverfahren wie Karten mit Biometrie-Sensoren eine weitere Portfolio-Alternative.

Zukunftsorientierte Positionierung

Die Zeit drängt, US-BigTechs mischen den deutschen Markt bereits auf. Top-Anbieter in allen Altersklassen in Deutschland unter 60 Jahre ist unserer Studie zufolge bereits PayPal. Aktuell würde lediglich noch jede:r Dritte eine Zahlungsdienstleistung bevorzugt von einer Bank oder Sparkasse in Anspruch nehmen. Insbesondere Bankkund:innen über 60 Jahren tendieren dazu.

Hinzu kommen sich stark ändernde Rahmenbedingungen, wie der Aufbau eines einheitlichen Zahlungsverkehrsverfahren in Europa und wachsende Regulierungsvorgaben wie die Zweite Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2). All diese Entwicklungen stellen ein herausforderndes Umfeld für Finanzinstitute dar und erfordern eine stärkere Digitalisierung der Kundenauthentifizierung sowie deren grundlegende Integration in Prozesse, Produkte und Anwendungen.

Wir unterstützen Sie dabei, Ihr Mobile-Banking-Angebot auszubauen und innovative Lösungen für einen sicheren, transparenten und effizienten Zahlungsverkehr zu gestalten. Sprechen Sie uns an!


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Robert Eickmeyer

Robert Eickmeyer

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