Empfehlungen des Sustainable Finance-Beirats der Bundesregierung für eine zukunftsgerichtete Unternehmensberichterstattung

Transparenz für Kapital

Der Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung hat gestern seinen Abschlussbericht „Shifting the Trillions“ mit 31 Empfehlungen für ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Finanzsystem vorgelegt. Eines der zentralen Ziele ist es, durch eine zukunftsgerichtete, vergleichbare und transparente Berichterstattung der Unternehmen Kapitalströme in Innovationen und nachhaltige Geschäftsmodelle zu lenken. Dementsprechend empfiehlt der Beirat eine Ausweitung von Anwendungsbereich und Inhalt der nichtfinanziellen Berichtspflichten in Deutschland. Vor dem Hintergrund der anstehenden Überarbeitung der CSR-Richtlinie auf europäischer Ebene (lesen Sie dazu meinen Blogbeitrag vom 30. Juli 2020) kommt den Empfehlungen besondere Bedeutung zu.

Die einzelnen Empfehlungen des Beirats in Bezug auf die Unternehmensberichterstattung umfassen u.a.

  • eine Ausweitung des Anwendungsbereichs der CSR-Richtlinie auf Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern unabhängig von einer Kapitalmarktorientierung sowie auf Unternehmen mit besonderer Transformationsrelevanz,
  • auf europäischer Ebene eine einheitliche Verpflichtung zur Berichterstattung über wesentliche Nachhaltigkeitsdaten innerhalb des Lageberichts sowie eine Prüfungspflicht einzuführen,
  • die Einführung einer zukunftsorientierten Berichterstattung nach dem Rahmenwerk der TCFD (Task Force on Climate-related Financial Disclosures) i.S.d. Comply-or-Explain-Prinzips sowie
  • die Ausweitung des Inhalts der nichtfinanziellen Berichterstattung, insb. durch eine Überarbeitung des Wesentlichkeitsbegriffs und der Risikoberichterstattung.

Man darf gespannt sein, welche dieser Empfehlungen auf europäischer oder nationaler Ebene umgesetzt werden und ab welchem Zeitpunkt diese zu beachten sind. Ich werde Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

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