BaFin: Untersuchung der Ad-hoc-ORSA Berichte

Bewährt sich der Anlass für einen Ad-hoc-ORSA nicht, müssen die Versicherer trotzdem die bereits erzielten Ergebnisse der Aufsicht vorlegen.

Die BaFin hat am 5. August 2020 einen Artikel zu den bereits untersuchten Ad-hoc-ORSA Berichten mit COVID 19-Inhalten veröffentlicht.

Die Ergebnisse zeigen, dass nicht alle Unternehmen eine angemessene Analyse durchgeführt haben. Die meisten Berichte enthielten immerhin die veränderten Kapitalmarktbedingungen in der aktuellen Bewertung der Solvabilität, aber die Beurteilung der Auswirkungen von COVID-19 auf die Geschäftsmodelle und die Versicherungstechnik fehlten zum Teil komplett.

Versicherer müssen zunächst beurteilen, ob der Anlass für einen Ad-hoc ORSA gegeben ist. Dies könnte der Fall sein, wenn aktuelle Ereignisse nicht im regelmäßigen ORSA enthalten sind und eine wesentliche Veränderung des Risikoprofils vorliegt. Zum Beispiel aufgrund einer Veränderung bei der Bewertung von Markt- und versicherungstechnischen Risiken. In dem Ad-hoc-ORSA Bericht muss außerdem eingeschätzt werden, welche Bereiche von der aktuellen Situation betroffen sein könnten und wie diese eine wesentliche Veränderung des Risikoprofils auslösen. Zudem müssen angemessene Stresstests definiert werden, die makroökonomische Risiken im Bereich der Kapitalanlagen und Versicherungstechnik beinhalten. Der Ad-hoc-ORSA muss eine Darstellung umfassen, wie Versicherer unter den neuen Bedingungen jederzeit die Anforderungen an Eigenmittel und an die versicherungstechnischen Rückstellungen einhalten können.

Bewährt sich der Anlass für einen Ad-hoc-ORSA nicht, müssen die Versicherer trotzdem die bereits erzielten Ergebnisse der Aufsicht vorlegen.

Die Aufsicht verlangt außerdem mehr Sorgfalt bei der Erstellung der ORSA Berichte. Die zugrundeliegenden Annahmen und Methoden sowie die Ergebnisse der Stresstests sollen präziser dargestellt werden.

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