EIOPA Konsultation zu ESG Szenarien im ORSA

Die Konsultation legt die Erwartungen der EIOPA an die zuständigen nationalen Behörden dar, wie sie die Integration von Klimawandel-Szenarien durch Versicherer in ihren ORSA, unter Anwendung eines risikobasierten und verhältnismäßigen Ansatzes, beaufsichtigen sollen.

Am 5. Oktober 2020 veröffentlichte EIOPA eine Konsultation bezüglich der Verwendung von ESG-Risikoszenarien in der eigenen Risiko- und Solvabilitätsbewertung (Own Risk and Solvency Assessment – ORSA).

Die Konsultation baut auf der letztjährigen Stellungnahme zum Thema Nachhaltigkeit im Rahmen von Solvency II auf (siehe Blog-Beitrag vom 4. Oktober 2019). In dieser wurde empfohlen, dass Versicherungsunternehmen ESG-Risiken über einen längeren Zeitraum betrachten sollen, da sich Klimarisiken über einen langfristigen Horizont materialisieren. Unter Solvency II wird jedoch nur ein Ein-Jahres-Horizon berücksichtig. Diese Diskrepanz sollte im Governance-System, im Risikomanagement und im ORSA erfasst werden. Zudem wurde die Notwendigkeit identifiziert Szenarioanalysen anzuwenden, um der Unsicherheit bezüglich klimabezogener Auswirkungen auf die Bewertung besser begegnen zu können.

Nach Ansicht der EIOPA ist es von wesentlicher Bedeutung, auch langfristig ein vorausschauendes Management der mit dem Klimawandel verbundenen Risiken durch die Versicherer zu fördern und die Konvergenz der Aufsicht bei der Überwachung der Verwendung von Klimawandel-Risikoszenarien in ORSA innerhalb Europas zu verbessern. Die Konsultation legt die Erwartungen der EIOPA an die zuständigen nationalen Behörden dar, wie sie die Integration von Klimawandel-Szenarien durch Versicherer in ihren ORSA, unter Anwendung eines risikobasierten und verhältnismäßigen Ansatzes, beaufsichtigen sollen. EIOPA vertritt die Auffassung, dass weitere Arbeiten erforderlich sind, um einen konsistenten Satz quantitativer Parameter zu definieren, die in klimabezogenen Szenarien verwendet werden können.

Insbesondere sollten die Aufsichtsbehörden von den Versicherern erwarten, dass sie mindestens zwei beschriebene Szenarien analysieren:

  • Zum einen ein Klimaänderungsrisikoszenario, bei dem der globale Temperaturanstieg unter 2°C bleibt, vorzugsweise jedoch, im Einklang mit den Verpflichtungen der EU, nicht mehr als 1,5°C.
  • Zum anderen ein Risikoszenario, bei dem der globale Temperaturanstieg 2°C übersteigt.

Die Stellungnahme enthält außerdem praktische Hinweise für die Auswahl und Umsetzung von Szenarien.

EIOPA wird die bis zum 5. Januar 2021 erhaltenen Rückmeldungen im Frühjahr 2021 zusammen mit einer Stellungnahme veröffentlichen.

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