ESEF Tagging CSRD – Was gibt’s Neues?

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Was der aktuelle Zeitplan zur ESRS XBRL Taxonomie (ESEF-Tagging) für Struktur, Prozesse und Reportingpraxis bedeutet.

Das aktuelle EFRAG Draft Work Programme konkretisiert den Zeitplan für die Weiterentwicklung der European Sustainability Reporting Standard (ESRS) XBRL-Taxonomie, welche festlegt, wie Nachhaltigkeitsangaben künftig im einheitlichen elektronischen Berichtsformat (European Single Electronic Format, ESEF) technisch gekennzeichnet werden. Damit wird deutlich: Die Einführung einer aktualisierten Taxonomie wird weiterverfolgt, mit dem Ziel die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den ESRS digital, maschinenlesbar und vergleichbar zu machen.

Die wichtigsten nächsten Schritte:

  • Veröffentlichung einer überarbeiteten ESRS XBRL-Taxonomie im Dezember 2026 geplant
  • Danach folgt die Übergabe an die Europäische Kommission und Annahme der Technischen Regulierungsstandards (RTS) durch einen delegierten Rechtsakt
  • Prüfung durch das Europäische Parlament und den Europäischen Rat (2-monatige Scrutiny Periode)
  • Inkrafttreten nach Veröffentlichung im EU-Amtsblatt

Die bisherigen Vermutungen bestätigen sich mit diesem Zeitplan und ein Tagging für die Nachhaltigkeitsberichterstattung in 2026 ist damit im Prinzip ausgeschlossen, sodass frühestens ab der Berichterstattung für das Geschäftsjahr 2027 damit zu rechnen ist.

Warum Sie sich zeitig damit beschäftigen sollten?

Tagging ist kein rein technischer Umsetzungsschritt am Ende des Prozesses, sondern eine fachliche Strukturierungsfrage, die deutlich früher ansetzt. Spätestens mit dem Paket der überarbeiteten ESRS, welches spätestens im Juli erwartet wird, kann parallel begonnen werden sich damit auseinander zu setzen. 

Denn unabhängig vom genauen Zeitpunkt der regulatorischen Anwendung gilt:

  • Inhalte müssen eindeutig abgrenzbar, konsistent aufgebaut und stabil strukturiert sein.
  • Textbausteine, Tabellen und Kennzahlen entscheiden darüber, ob und wie effizient später getaggt werden kann.
  • Konzeptionell und hinsichtlich des Zeitplans für den Geschäftsabschluss ist frühzeitig eine fachliche Auseinandersetzung gefragt. 
  • Berücksichtigung im Prüfungsprozess: die elektronische Auszeichnung (Tagging)ist prüfungspflichtig.

Reporting-Tools helfen – ersetzen aber kein fachliches Tagging

Häufig stellt sich dabei die Frage, welche Rolle bestehende CSRD  oder Sustainability Reporting-Tools spielen. Die kurze Antwort: Sie sind wichtig und hilfreich – aber nicht ausreichend.
Folgende Punkte sind wichtig:

  • Auch mit einem Reporting Tool muss das Tagging zunächst fachlich extern aufgesetzt werden und erfordert unter Umständen eine Fachkonzeption. 
  • Erst auf dieser Grundlage kann das technische Tagging systemseitig abgebildet werden.
  • Tools beschleunigen die Umsetzung, nehmen aber nicht die inhaltliche Designarbeit ab.

Fazit

Die Entwicklung der ESRS XBRL Taxonomie und die damit verbundenen regulatorischen Schritte zeigen: Nachhaltigkeitsberichte müssen zukünftig digital, maschinenlesbar und strukturiert erstellt werden.

Unternehmen, die sich frühzeitig mit dem Tagging auseinandersetzen und ihre Berichte entsprechend vorbereiten, verschaffen sich einen klaren Vorteil. Die technische Umsetzung ist dabei nur ein Teil des Prozesses – entscheidend ist die fachliche Vorbereitung und Strukturierung der Inhalte.

Spätestens nach Finalisierung der überarbeiteten ESRS und mit der Umstrukturierung der Nachhaltigkeitsberichte sollte daher das Tagging von Anfang an mitgedacht werden.

Weiterführende Links:

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Christoph Schellhas

Christoph Schellhas

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Frankfurt am Main